Frances Ha

Veröffentlichung  03. Dezember 2013    Regie  Noah Baumbach    Darsteller  Greta Gerwig  Mickey Sumner
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Verlorene Träume, neues Glück?

Ein wenig planlos, naiv, aber höchst positiv gestimmt zieht die Mitzwanigerin Frances (Greta Gerwig, To Rome With Love) durch ihren Alltag im Big Apple. Am liebsten tanzt sie und verbringt Zeit mit Sophie (Mickey Sumner), ihrer allerbesten Freundin. Aber irgendetwas muss sich wohl ändern. Schließlich zieht Sophie mit ihrem Freund zusammen, das Jobangebot für Frances wird dünner und sie durchwandert eine WG nach der anderen. Doch während um sie herum erwachsen geworden wird, sucht Frances nach der Freiheit anstelle nach Sicherheit. Wann nur wird das richtige Leben für sie beginnen und nicht nur schnöder Gewohnheitstrott?

Ein Glanzstück in Schwarzweiß. Mochte Noah Baumbachs, Greenberg (in welchem Ben Stiller auf der Suche nach dem Sinn des Ganzen und sich selbst völlig antrieblos nur so vor sich hin schlurfte) noch einen ziemlich steinigen Weg für die Zuschauer darstellen, weiß der New Yorker Regisseur und Drehbuchautor nun seine Hauptfigur trotz der Nichtfarben leichtfüßig zu inszenieren und somit ein echtes Coming-of-Age-Jahreshighlight zu kredenzen. In nur 86 Minuten Spielzeit lässt Baumbach, der das Werk mit seiner Lebensgefährtin Greta Gerwig schrieb, knackig aberwitzige Momente a là Woody Allen mit junger Traurig- sowie Ausweglosigkeit (Frances undateable?) verschmelzen. Zudem wird der Banalität einer Wohnungssuche oder auch eines unentspannten Dinners mit (mehr oder minder) fremden Leuten im Besonderen durch die voller Herzblut steckende Darbietung von der großen Blonden, Greta Gerwig, zu einem glanz- und wertvollen Event gemacht. Als musikalische Untermauerung der Strauchelnden setzt außerdem David Bowies „Modern Love“ ein und sorgt für die wohlige Abrundung eines verdammt gelungenen Filmes. Man darf mit Frances nach Paris reisen, jedoch verschläft man unromantischerweise mit ihr die Stadt der Liebenden und bleibt schließlich allein und etwas ratlos zurück. Aber das ist egal. Letztlich geht es hierbei weniger um existentialistische Ängste, als um die nächste Option, die nächste sich überraschend öffnende Tür. Auch Liebe spielt in Frances Ha eine ziemlich untergeordnete Rolle. So wird der Freund bereits zum Filmeinstand herrlich lapidar abgesägt und für die nächsten potentiellen Partner ist die gute Frances doch eher der nette Kumpel, welcher dazu noch amüsierend tanzen kann.

Fazit: Hier geht es nicht um die Geschichte des Erfolgs, des Sich-im-eigenen-Mitleid-Suhlens (so wie etwa in Gerwigs anstrengenderen Vorgängerfilm Lola gegen den Rest der Welt). Es handelt sich um eine gefährlich gut auf den Punkt gebrachte Erzählung des Wiederaufstehens und dem unverwüstlichen Gedanken an den nächsten Aufwärtstrend.