Die meisten Horror-Kinoserien, die uns bis heute begleiten, tun gut daran irgendwann einen Schlussstrich zu ziehen (siehe SAW oder Hostel). Den wenigen, die es schaffen ihre Daseinsberechtigung – trotz gleichbleibender Muster – aufrecht zu erhalten, gebührt Respekt. Neben Scream 4 gelingt das nun auch Final Destination 5, der sich nach einem müden Vorgänger zu alten Höhen aufschwingt und ein gänzlich zufriedenes Publikum hinterlassen dürfte.
Elf Jahre nach dem ersten Teil stehen wir wieder ganz am Anfang.
Noch tödlicher, noch erbarmungsloser, noch zufälliger! Eine Gruppe Arbeitskollegen, die sich auf dem Weg zu einer Klausurtagung befindet, steuert geradewegs in ein schweres Unglück. Die Route des Busses führt sie über eine gewaltige Hängebrücke, die in 60 Meter Höhe einen reißenden Fluss überspannt. Als der Bus diese überquert, beginnt die Brücke langsam einzustürzen. Alle sterben. Und Sam (Nicholas D’Agosto) wacht aus seiner Vision auf. Von der Echtheit seines Traumes überzeugt, schnappt er sich seine (Ex-)Freundin Molly (gespielt von der Horror-erprobten Emma Bell) und verlässt den Bus noch kurz bevor das Unglück geschieht. Einige Freunde und Kollegen folgen ihm und überleben so eine grausame Katastrophe, die zahlreiche Opfer fordert. Da es ihnen aber nie vorherbestimmt war dem schrecklichen Desaster zu entkommen, beginnt nun erst der eigentlich Albtraum für die kleine Gruppe: der Tod fordert systematisch ein was ihm zusteht. Hektisch versuchen sie in den Tagen darauf ihrem unerbittlichen Schicksal zu entkommen.
Obwohl die Inhaltsbeschreibung bis hier nicht anders klingt als in den vorherigen Teilen, haben sich die Macher doch etwas Neues einfallen lassen. Denn von nun an heißt es: töte oder du wirst getötet. Wir erfahren das sich der Tod auch mit einem anderen unschuldigen Leben zufrieden gibt – hauptsache seine Bilanz ist am Ende ausgeglichen. Dieser kleine Subplot unterscheidet Teil 5 von all seinen Vorgängern und setzt ganz neue niedere Triebe bei den Überlebenden frei. Das es dabei natürlich nicht immer ganz fair zugeht, ist selbstredend. Trotzdem sorgt dieser neue Adrenalinschub freilich für eine bis dato nicht bekannte Hoffnung, da in den letzten Teilen alle Überlebenden schließlich doch sterben mussten.
Bereits als zweiter Teil der Serie präsentiert sich Final Destination 5 in 3D. Dieses nette Feature wird nicht nur in der überragenden Eröffnungssequenz der einstürzenden Brücke gut in Szene gesetzt, sondern während des ganzen Films. Oft genug empfindet man den 3D-Effekt als schmerzhaft nahe. Hauptgrund dafür sind aber die wahnsinnig einfallsreichen Kettenreaktionen der einzelnen Tode, die von Teil zu Teil nicht nur gewalttätiger werden müssen, sondern auch immer überzeugender. Und das ist dem Team wunderbar gelungen. Autor Eric Heisserer und Regisseur Steven Quale bewiesen ein gutes Auge dafür wie aus der Abfolge kleiner, alltäglicher Vorkommnisse ganze Katastrophen wachsen können. Selbst am Ende des Films bleibt noch keine Zeit zum Durchatmen, da einem dann ein ansehnlicher Zusammenschnitt aller bisherigen Tode entgegen flatscht. Daraufhin kann man eigentlich nicht anders als zu hoffen, dass die blutrünstige Serie ihren Zenit noch lange nicht erreicht hat.