Fast & Furious 7

Veröffentlichung  13. August 2015    Regie  James Wan    Darsteller  Vin Diesel  Paul Walker  Jason Statham  Dwayne Johnson
Foto: Universal Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Universal Pictures Germany

Nach dem tragischen Unfalltod von Paul Walker im November 2013 wurden die Dreharbeiten zu Fast & Furious 7 für vier Monate unterbrochen. Lange Zeit war die Fortführung der Filmreihe ungewiss.

Doch nun ist die Actioner-Reihe zurück. Und sie muss teils ohne Paul Walker auskommen. Die Lücke versuchte man mithilfe von Stunt Doubles und Special Effects weniger sichtbar zu machen. Aber die Trauer um Walker steht den hinterbliebenen Schauspielkollegen umso deutlicher ins Gesicht geschrieben. Einen Abschluss musste es für seine Figur auch im Film geben. Nur wollte sich keiner endgültig verabschieden. So muss der 7. Teil nicht nur für sich bestehen, sondern stets auch als Paul Walkers Hinterlassenschaft. Ein kniffliges Unterfangen.

Zum Inhalt: Nachdem die Crew um Dom Toretto (Vin Diesel, Pitch Black – Planet der Finsternis) und Brian O’Conner (Paul Walker, Takers – The Final Job) dem kriminellen Elitefahrer Owen Shaw (Luke Evans, Der Hobbit – Smaugs Einöde) das Handwerk gelegt hat, meldet sich dessen großer Bruder Deckard (Jason Statham, The Transporter) mit einer unmissverständlichen Botschaft an das Team: er wird nicht eher Ruhe geben, bis auch der letzte der Gruppe zur Strecke gebracht ist. Das war es fürs Erste mit der Familienidylle. Jetzt müssen sie erneut ihre Kräfte und ihren Ideenreichtum mobilisieren, um nicht die Gejagten zu bleiben. Doch der ehemalige Geheimdienstler Deckard scheint ihnen immer einen Schritt voraus zu sein. Um besser an Shaw heranzukommen, müssen sie sich letztlich auf die Suche nach einem Peilsender (“Das Auge Gottes”) machen, der im Stande sein soll jeden Menschen aufzuspüren. Ihre Reise führt sie dabei nach Abu Dhabi, Aserbaidschan und für einen packenden Showdown zurück in die Heimat nach Los Angeles.

Regisseur James Wan übernimmt das Steuer von Justin Lin, der sich für die Teile 3 bis 6 verantwortlich zeigte. Mit Werken wie Saw, Insidious und Conjuring – Die Heimsuchung hat Wan das Horror-Genre im letzten Jahrzehnt geprägt und wirkt zunächst wie eine unpassende Wahl für die Fast & Furious-Reihe. Doch die Grusel-Ikone setzt nicht auf sein altes Pferd und liefert keine blutrünstige Gefechte (siehe: Altersfreigabe ab 12 Jahren), sondern vielmehr eine neue, ansprechende Bildästhetik. Ultra-Close-ups wechseln sich mit schwebenden Kamerafahrten ab, die Personen im Sturz folgen (fällt jemand, bleibt die Person starr und nur der Hintergrund scheint sich zu drehen). Und auch bei Nahkampfszenen wird ganz im Stile von The Raid einfach draufgehalten, ohne Schläge ständig durch Gegenschnitte künstlich zu verstärken.

Ansonsten bietet Fast & Furious 7 die erwartete Überinszenierung von unmöglichen Stunts und überdrehten Figurenkonstellationen. Zahlreiche Einstellungen sollen dem Zuschauer den Atem rauben. Die Autos fliegen dieses Mal sogar. Sprichwörtlich. Nicht etwa nur mithilfe eines Fallschirmsprungs aus 10.000 Metern Höhe – auch wenn es einen Steilhang hinab geht oder die oberen Stockwerke mehrerer Wolkenkratzer durch waghalsige Sprünge aus dem Fenster erkundet werden. Bei aller Freude an schnellen Karossen und munteren Verfolgungsjagden artet das Finale mitsamt Drohnenkampf trotzdem etwas zu sehr im hemmungslosen Explosionsirrsinn aus (siehe auch: Stirb langsam 4.0, wo es Bruce Willis allein mit einem Kampfjet aufnimmt). Auch die exzessive Zurschaustellung von halbnackten Frauen und ihren Hinterteilen in Zeitlupe gestaltet sich als geschmacklos und sinnentleert. Wenn es um die ehrvolle Familienbande und Respekt geht, so sollten diese ruhig noch weiter herausgearbeitet werden als wahllose Close-ups von Pobacken.

Der neueste Teil bleibt aufgrund der traurigen Ereignisse um den Tod von Paul Walker ein wichtiges Kapitel in der Filmhistorie der erfolgreichen Reihe. Inhaltlich sollten die Macher jedoch ruhig wieder einen Gang zurückschalten und sich auf die Vorzüge des 5. Teils konzentrieren. In diesem drehte sich alles um die Verbundenheit der Charaktere und darum wie sie für einander einstehen. Nach Rekordeinnahmen für das Filmstudio Universal dürfte nur eines sicher sein: nach Fast & Furious 7 wird es weiter gehen.

Hier findest du unsere Rezension zum sechsten Fast & Furious-Teil.

Lister aller Autos im Film:

• 1970 Dodge Charger R/T
• 1970 Plymouth Barracuda
• 1967 Chevrolet Camaro Z28
• 1989-94 Nissan Skyline GT-R R34
• 2011 Dodge Challenger SRT-8
• 2011 Bugatti Veyron
• Ferarri 458 Italia
• 2004+ Aston Martin DB9
• 2014 Maserati Ghibli
• 2011+ Subaru Impreza WRX STi
• Lykan HyperSport

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  12. August 2015    Worte  658
Permalink  http://www.farbensportlich.de/fast-and-furious-7/    Farbe  #322e2f
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