Esteros

Veröffentlichung  06. April 2017    Regie  Papu Curotto    Darsteller  Ignacio Rogers  Esteban Masturini  Renata Calmon  Joaquín Parada
Foto: PRO-FUN MEDIA
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Warum es so wichtig ist zu seinen Gefühlen zu stehen

Zwischen Freundschaft und Liebe fehlt oft nicht viel. Das romantische Drama Esteros widmet sich dem Moment, in dem sich für zwei junge Männer entscheidet, was sie eigentlich voneinander wollen.

Als Kinder haben Matías (Ignacio Rogers) und Jeronimo (Esteban Masturini) jeden Sommer zusammen auf der Farm von Jeronimos Eltern in dem argentinischen Sumpfgebiet Esteros del Iberá verbracht. Dabei sind sie sich auch körperlich näher gekommen. Mit den Jahren haben sie sich jedoch aus den Augen verloren. Der eine wollte Film studieren und ist dann im Make-up-Bereich gelandet, der andere wurde Wissenschaftler und hat eine Stelle in einem ganz anderen Land angenommen. Die erste Zufallsbegegnung erfolgt erst zehn Jahre später. Natürlich haben sie sich sofort wieder erkannt! Doch lebt Matías nun mit seiner Freundin zusammen und lediglich Jeronimo hat sich geoutet. Eine verquere Situation, die beide mit einem Ausflug in ihre Jugend nur noch schwieriger gestalten. Sie genießen die Zeit zu zweit und müssen sich irgendwann die Frage stellen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt wäre ihre Freundschaft auf die nächste Stufe zu bringen. Oder ist es dafür doch schon zu spät?

Man muss nicht alles aussprechen

Esteros ist ruhig erzählt und spielt mit dem Springen zwischen zwei Zeitebenen. Wir sehen Matías und Jeronimo mal als verspielte Kinder, die sich einander vorsichtig annähern und mal als Erwachsene, bei denen sich viel zu viele Blockaden aufgebaut haben. Die Faszination ist es nun herauszufinden, was in jungen Jahren vorgefallen sein mag, dass sie sich so voneinander entfremden konnten. Vor allem aber wollen wir wissen: Haben sie als junge Männer noch genügend Gemeinsamkeiten, um die letzten Jahre über den Haufen zu werfen und es erstmals richtig miteinander zu versuchen? Esteros nimmt sich alle Zeit die beiden Charaktere und ihre Motivationen zu ergründen. Das geschieht nicht etwa über selbstreflektierende Dialoge, sondern über alltägliche Situationen – wie bei einem Roadtrip oder beim gemeinsamen Schwimmen. Dann sagt die harmonische Stille zwischen ihnen oft viel mehr, als es Worte je könnten.

Was wäre wenn?

Wer einfache Lösungen bevorzugt, der ist in diesem Drama nicht gut aufgehoben. In Esteros geht es nämlich hauptsächlich um schwierige Entscheidungen. Es wird gefragt: Wer war man, wer ist man und wer will man sein? Das lässt sich für Matías, Jeronimo und ihre Beziehung natürlich nicht so leicht beantworten. Daher versucht Regieneuling Papu Curotto vor allem Fantasien beim Zuschauer auszulösen. Durch die geschickte Verstrickung der Zeitebenen werden zahllose Möglichkeitsräume für das Schicksal der beiden geöffnet. Als Zuschauer fühlt man sich so immer motiviert am Ball zu bleiben, auch wenn sich die Geschichte nur sehr langsam entwickelt. Am Ende darf man den Film als eine große Motivationsmaschine verstehen. Wer sich nicht traut ehrlich zu sich und zu seinen Gefühlen zu sein, der wird im Leben vielleicht auch nicht das große Glück finden. Denn seine Zeit sollte man immer mit den Menschen und auf die Art und Weise verbringen, wie es einem gut tut. Und sich zu verstellen, hat darauf nur sehr selten eine positive Wirkung.

Das Leben ist kompliziert – und Beziehungen erst recht. Esteros nutzt Zeitsprünge um das Knistern zwischen den Protagonisten einzuordnen und regt damit die Fantasie der Zuschauer an. Je mehr wir über Matías und Jeronimo erfahren, desto aufregender wird der Film.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  06. April 2017    Worte  531
Permalink  http://www.farbensportlich.de/esteros/    Farbe  #de8c5a
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