Emoji – Der Film

Veröffentlichung  03. August 2017    Regie  Tony Leondis    Darsteller  Tim Oliver Schultz  Joyce Ilg  Christoph Maria Herbst
Foto: Sony Pictures Releasing
 IMDb-Wertung
Foto: Sony Pictures Releasing

Gefühle wurden noch nie so eindimensional dargestellt

Dieser Kinostreifen hatte das Potential uns richtig zu überraschen. Stattdessen ist die Storyline langweilig und die Emojis leider genauso. Dafür kann es nur ein Emoji als Beschreibung geben…!

Wo kommen eigentlich die Emojis her? Ganz einfach: aus Textopolis natürlich. Da hoffen sie alle Tag ein, Tag aus darauf von den Handybesitzern auserwählt zu werden. Doch Gene (Tim Oliver Schultz) hat dabei leider keine guten Karten. Sein Problem ist nämlich, dass er nicht nur einen Gesichtsausdruck hat. Sein Code kann nicht filtern. Wer ihn für seine Textnachricht verwendet, geht damit das Risiko ein missverstanden zu werden. Oder komplett irre zu wirken. In jedem Fall nicht das, was Emojis eigentlich ausrichten sollen. Seine einzige Zukunft sieht Gene darin, den fehlerhaften Code in der Smartphone-App zu finden und diesen zu reparieren, so dass er endlich mit einem glasklaren Ausdruck glänzen kann. Aber als er sich erst einmal zusammen mit dem eifrigen Hi-5 (Christoph Maria Herbst) und dem Codeknacker-Emoji Jailbreak (Joyce Ilg) auf die Suche macht, tun sich noch ganz neue Gefahren auf.

Einfach nur komplett hohl

Inspiration ist alles: Das ist eine Sache, die man immer wieder hört. Allein die Macher von Emoji – Der Film scheinen davon wenig zu halten. Sie haben sich nämlich ganz und gar auf ihrer starken Ausgangsidee ausgeruht. Denn einmal in die Welt der Emojis einzutauchen, klingt zunächst wirklich aufregend. Was steckt hinter dem lächelnden Kothaufen? Was hinter dem Emoji, der so breit grienend seine Zähne zeigt, aber dennoch nicht wirklich lächelt? Dieser Kinofilm hätte uns endlich die richtige Nutzung dieser kleinen Zeichen zeigen können, mit denen wir so gerne unsere Handynachrichten schmücken. Stattdessen ruht man sich leider einzig auf dem Look des Emojis aus. Auf Charakter und Erklärungen wartet man hier vergebens. Ein Blick, ein Spruch und das war’s. In den knapp 90 Minuten wird sich ansonsten auf eine Schnitzeljagd konzentriert, die zerfahren ist und in der die Emojis immer hintergründiger werden.

Humordichte? Fehlanzeige!

Diesen Moment, wenn ein Freund oder eine Freundin mal wieder in einer Nachricht ein Emoji so verwendet, dass wir fast Tränen lachen müssen, gibt es im Film nicht. Dabei hatte man sich doch genau das von Emoji – Der Film erhofft. Wortwitze sollen über die Oberflächlichkeit der animierten Figuren hinwegsehen lassen. Aber da diese quasi in Endlosschleife laufen, kann man das nur schwer aushalten. Ein paar nette visuelle Ideen gibt es aber doch zu entdecken. Und zwar schwimmen die Emojis bei ihrer Suche zum Beispiel durch Musikströme von Spotify – aber auch Candy Crush, YouTube und Instagram kommen nicht an einer filmischen Inszenierung vorbei und bringen so zum leichten Schmunzeln. Da gibt es tatsächlich noch am Ende ein E für Einsatz dafür!

Die Geschichte plädiert für mehr Individualität, zeigt aber letztlich das Gegenteil. Jedes Emoji auf deinem Handy ist origineller als dieser Kinostreifen!

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  03. August 2017    Worte  462
Permalink  http://www.farbensportlich.de/emoji-der-film/    Farbe  #3755be
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