Ein Jahr vogelfrei!

Veröffentlichung  14. Juni 2012    Regie  David Frankel    Darsteller  Jack Black  Owen Wilson  Steve Martin  Rashida Jones
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

In Ein Jahr vogelfrei! begibt sich Regisseur David Frankel (Der Teufel trägt Prada) zusammen mit seiner Mannschaft an mehr als 100 traumhaft schöne, idyllische Schauplätze der Vereinigten Staaten. Es geht u.a. in den kalifornischen Nationalpark Joshua Tree, die Everglades von Florida oder auch den Dempster Highway in der Tundra des kanadischen Yukon Territory. Neben der Urlaubs-Kulisse wissen aber auch die Darsteller mit großen Momenten und viel Humor zu punkten.

Stu Preissler (Steve Martin, Der rosarote Panther), Brad Harris (Jack Black, School of Rock), Kenny Bostick (Owen Wilson, Midnight in Paris) – drei Männer wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ersterer ist Industrieller, der sich mit dem Ruhestand schwer tut, Brad ist ein bei den Eltern lebender Computerfachmann mit Hang zu Bretzeln mit Erdnussbutter und letzterer ein Bauunternehmer mit bereits mehrmals wechselnden Ehefrauen. Doch sie verbindet eine skurrile Leidenschaft: alle sind sogenannte Birder und wollen sich nun an einem Big Year versuchen, wo es darum geht so viele verschiedene Vogelarten wie möglich in den 12 Monaten zu sichten bzw. zu hören. Dabei ist kein Beweisfoto erforderlich, man vertraut einander. Um den Rekord von dem besessenen Kenny Bostick zu knacken, reist man quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Sie erleben in der Zeit mal größere. Vögel gucken bringt eben zusammen. Oder doch nur oberflächlich gesehen? Und wer wird sich am Ende als renommiertester Vogelbeobachter betiteln dürfen?

Drei Komiker in eher weniger stereotypen Rollen, was im Besonderen bei Jack Black auffällt, der meist durch exzentrische Augenaufschläge und Tanzeinlagen punkten kann. Nur in Ein Jahr vogelfrei! ist er der Ruhige, der sich kaum traut eine Frau (in diesem Fall Rashida Jones, Trauzeuge gesucht!) anzusprechen. Doch scheint das eine Rolle zu sein, die nicht jeder von Black sehen möchte. In den USA war der 100-Minüter ein Totalflop. Zu wenig Slapstick, zu wenig Spannung zum Nägel runterkauen. Aber eigentlich ist diese leichte Komödie gar nicht so bitterschlimm. Denn das Thema Vögel gucken ist endlich mal etwas komplett anderes. Man bekommt drei Schauspieler in gut gezeichneten Charakterrollen zu sehen wie sie in schönster Natur freudig umherklettern und mit ihrer Passion für allerhand Situationskomik sorgen. Das ist etwas fürs Auge und fürs Herz. Es muss eben nicht immer zugehen wie bei einer Achterbahnfahrt voller Loopings. Jack Black reizte an dem lose auf dem Buch von Mark Obmascik basierenden Werk außerdem:

die kompetitive Natur des Menschen [...] auf dem ungewöhnlichen Feld des Vogelbeobachtens. Der Einsatz ist niedrig, es gibt kein Geld zu gewinnen und Ehre und Ruhm sind auch nicht zu erlangen. Es geht lediglich darum, der Beste zu sein. Diese Prämisse ist überaus komisch und dieses Big Year – so nennt die American Birding Association diesen inoffiziellen Wettbewerb unter Vogelbeobachtern – kann als stellvertretender Traum für etwas gelesen werden, das wir alle zu erreichen versuchen. Jeder will doch irgendwo so gut sein wie nur möglich.