Dope

Veröffentlichung  28. Januar 2016    Regie  Rick Famuyiwa    Darsteller  Shameik Moore  Tony Revolori  Kiersey Clemons  Zoë Kravitz
Foto: Sony Pictures Releasing
 IMDb-Wertung
Foto: Sony Pictures Releasing

Nerds an die Macht!

Auch wenn die Situation aussichtslos zu sein scheint, musst du das Beste daraus machen: In Dope geraten drei smarte Kids mit Drogen, Gangs und Waffen in Konflikt – und ob sie wollten oder nicht, müssen sie jetzt das Spielchen mitspielen.

Malcolm (Shameik Moore) hat ehrgeizige Träume: Er möchte unbedingt nach Harvard. In der Schule läuft es rund und auch für seine vielen Faibles bleibt genug Zeit. Seine Freunde Diggy (Kiersey Clemons), Jib (Tony Revolori) und er sind nämlich total versessen auf 90er-Jahre-Hip-Hop und in den Pausen probieren sie sich immer wieder am Musikmachen. Ihr geordnetes Leben nimmt jedoch eine drastische Wendung als sie beschließen zu der Party des Drogen-Dealers Dom (A$AP Rocky) zu gehen. Eigentlich will Malcolm da nur die hübsche Nakia (Zoë Kravitz) wiedersehen, die es ihm so angetan hat, aber als die Polizei das Gebäude stürmt, ist jegliche Liebelei vergessen. Und es kommt noch schlimmer: Dom hat einfach mal so eine Menge Stoff in Malcolms Rucksack versteckt, der damit am nächsten Tag nichtsahnend in die Schule geht. Aus dem Gefängnis bekommt das Freunde-Trio nun die Anweisung übermittelt das Zeug sofort zurückzugeben. Doch dem ansässigen Drogenbaron fällt sogar noch etwas Besseres ein und so lässt er den Stoff gleich von Malcolm, Diggy und Jib verticken. Mit einem Mal müssen sie lernen wie Kriminelle zu denken. Das gelingt den cleveren Schülern zum Glück problemlos: Sie finden einen Weg die Partydrogen über das Darkweb unter das Volk zu bringen. Aber bringt diese zwielichtige Lebenserfahrung Malcolm auch näher an sein Ziel an einer Elite-Uni zu studieren? Und was wird überhaupt aus seinem Schwarm?

Wer bist du?

In Amerika ist es gang und gäbe eine Collage-Bewerbung mit einem selbstverfassten Essay abzurunden. Regisseur Rick Famuyiwa nimmt diesen Umstand als Aufhänger und liefert mit „Dope“ eine genauso kreative wie tiefgründige Bewerbung ab. Die Geschichte basiert lose auf eigenen Erfahrungen (obwohl es in seiner Jugend noch keine Bitcoin-Währung, geschweige denn ein 90er-Hip-Hop-Revival gab) und arbeitet sich an Themen wie Mobbing, Rassismus und Vorurteilen ab. Auf die Nachfrage, warum sich Malcolm als schwarzer Jugendlicher aus einer fragwürdigen Nachbarschaft überhaupt in Harvard bewerben möchte, antwortet er schlicht: „Würden sie mich das überhaupt fragen, wenn ich weiß wäre?“ Mit einem Augenzwinkern macht Famuyiwa klar, dass allen Menschen die gleichen Chancen im Leben geboten werden sollten – egal in welches Elternhaus sie hineingeboren wurden.

Ein Film für die Generation Y

Wiederspricht es sich, dass man als Fan von Busta Rhymes oder Public Enemy in einer punkigen Old-School-Band spielt? Niemals! Dope bringt drei Teenager zusammen, die als Combo mit dem Namen „Awreeoh“ (ausgesprochen Oreo, wie der Keks) einfach alle Musik-Stile mischen. Besser lässt sich die aktuelle Generation Y kaum beschreiben. Niemand möchte dafür verurteilt werden, wen man darstellt und wer man ist. Viel besser ist es doch, dass es überall hingehen kann und es keine Beschränkungen in irgendeiner Art gibt. Als musikalischen Berater konnte sogar niemand geringeres als Happy-Sänger Pharrell Williams gewonnen werden. Hört man seine vier Awreeoh-Stücke (in gewohnt beschwingter Machart), wünscht man sich selbst in einer ebenso coolen Highschool-Band mitmachen zu dürfen.

Die vergleichbar hohe Jugendfreigabe ab 16 Jahren macht Dope zu einer ganz und gar unkonventionellen Teenie-Komödie. Der Film sprüht nur so vor Originalität, hält aufgrund seiner realistischen Milieu-Einblicke jedoch auch nicht mit Drogen, Exzessen und Schießereien zurück. In den 103 Filmminuten gibt niemand vor etwas zu sein, das er nicht ist – was eben auch bedeutet, dass Regisseur Rick Famuyiwa hier kein verzerrtes Highschool-Märchen darbietet, sondern knallharte Realität mit dennoch beschwingter Basisnote.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  28. Januar 2016    Worte  572
Permalink  http://www.farbensportlich.de/dope/    Farbe  #315963
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