Disconnect

Veröffentlichung  05. Juni 2014    Regie  Henry Alex Rubin    Darsteller  Jason Bateman  Alexander Skarsgård  Andrea Riseborough
Foto: Weltkino Filmverleih GmbH
 IMDb-Wertung
Foto: Weltkino Filmverleih GmbH

Achtung! Warnung! Vorsicht! Im Internet sollte man lieber nicht zu viel von sich preisgeben – das lernt nicht nur das kinderlos-frustrierte Ehepaar Hull (Paula Patton, 2 Guns und Alexander Skarsgård, Melancholia) auf die harte Tour, sondern auch Ben (Jonah Bobo, Crazy, Stupid, Love.), der feinfühlige Sohn eines völlig überarbeiteten Anwaltspapas (Jason Bateman, Kill the Boss). Welche Gründe gibt es für solche virtuellen Ausflüchte? Während die Journalistin Nina Dunham (Andrea Riseborough, Oblivion) Fragen dieser Art auf den Grund gehen will, ermittelt Ex-Polizist Mike Dixon (Frank Grillo, The Grey – Unter Wölfen) immer wieder in neuen Auswüchsen der Netzkriminalität. Disconnect – ein Film über die Probleme der Generation Internet.

Für Henry Alex Rubin stellt Disconnect den ersten Spielfilm in seiner Karriere dar. Trotz dessen er noch ein unbeschriebenes Blatt in dieser Sparte ist, kann er doch in seinem Internetthriller mit Schauspielern aufwarten, die Rang und Namen haben. Als ebenso aufregend erweist sich die Ausgangssituation des fast zweistündigen Films. Kinderpornografie, Kreditkartenbetrügerei, oder auch Mobbing – Drehbuchautor Andrew Stern serviert eine Handvoll echter Horrorszenarien, die sich rund um die alltägliche Internetnutzung drehen. Aber so spannend und gleichzeitig abschreckend diese aktuelle Thematik auch gestaltet sein mag – spätestens ab der Hälfte ebbt die Knackigkeit und auf den Punkt gebrachte Komplexität des Ganzen zugunsten von gewollt kitschiger Zwischenmenschlichkeit extrem ab. So fließen Tränen, man liegt sich in den Armen und erkennt, das es noch andere Dinge im Leben als nur Technologie gibt. Buhu.

Ich schrieb das Drehbuch für Disconnect, als ich feststellte, dass die Leute während des Abendessens mit ihrem Handy E-Mails oder SMS schreiben. Die Menschen saßen zwar zusammen am Tisch, waren aber nicht wirklich anwesend. Die Paradoxie moderner Technik besteht darin, dass sie gleichzeitig verbindet und trennt. Über allem steht das Bedürfnis der Menschen, miteinander in Kontakt zu treten. Ob sie dafür einen Computer, ein Kabel oder ein Smartphone benötigen oder ganz einfach mit ihrem Gegenüber sprechen, ist eigentlich egal. Aber weil wir alle akzeptiert haben, online zu leben und ständig zu texten, zu twittern und zu mailen, ist die direkte Kommunikation von Angesicht zu Angesicht seltener geworden – und scheinbar auch weniger wichtig. Damit beschäftigt sich der Film. (Andrew Stern)

Das Beisammensein und die gleichzeitige Separation ist ein Faktor, der den Zuschauer zu Beginn (auch durch die Auswahl der Musik) so fesseln kann und einen dann aber durch die platte Auflösung regelrecht drangsaliert. Somit ist Henry Alex Rubins Debüt letztlich eine Enttäuschung – denn es hätte so viel herausgeholt werden können aus der Thematik, bedenkt man nur das allein in Deutschland jeder 6. Schüler laut einer Studie des Bündnis’ gegen Cybermobbing schon einmal Opfer einer solchen Attacke wurde.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  12. Mai 2014    Worte  435
Permalink  http://www.farbensportlich.de/disconnect/    Farbe  #2c3f46
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