Die Relativitätstheorie der Liebe
 

Viele Köche verderben den Brei. Dieses Sprichwort müssen wohl auch Harald Schmidt-Dauergast Olli Dittrich (Dittsche – Das wahre Leben) und Katja Riemann (Bandits) im Hinterkopf gehabt haben als sie sich dazu entschlossen gleich fünf Charaktere mit einem Mal zu mimen. Damit etwas klappt, macht man manche Dinge eben doch lieber alleine. So ist die komödiantische Stringenz in dem Spielfilm Die Relativitätstheorie der Liebe von Otto Alexander Jahrreiss stets schon wegen der zwei Protagonisten gegeben. Dadurch wird ein herrlich kurzweiliger Spaß ermöglicht. Bei welchem man nie aus den Augen verliert worum es wirklich geht: die Liebe.

Es werden dem Zuschauer in 96 Minuten die unterschiedlichsten Großstadtpaare in bekannten wie auch absurden Alltäglichkeiten präsentiert. Mit der Zeit verweben sich die Einzelschicksale immer mehr ineinander, so dass man wieder zu dem Schluss kommt, dass die Welt ein Dorf ist. In diesem fliegen zwischen zusammen gealterten Paaren die Fetzen, manchmal sogar unzählige Tauben und doch ist auch viel, viel Liebe in der Luft. Da ist zum Beispiel der fast haarlose Fahrschullehrer, der überzeugt davon ist, dass seine feurige venezolanische Frau fremdgeht. Die Angst lässt ihn nicht nur immer wirrer und wütender werden, sondern ihm wird auch klar, dass er sie noch immer mehr als alles andere liebt. Seine Tochter dagegen ist nach wie vor auf der Suche nach dem richtigen Mann, der ihr ein Kind für ihr rundum perfektes Glück verpasst. Und in all dem Großstadtgewimmel befinden sich zudem auch ein Geschwisterpaar, welches sich seit 15 Jahren den Mann teilt, ein äußerst lässiger Musiker, eine verkorkste Hygiene-Beauftragte, ein ambitionierter Restaurant-Besitzer und zwischen drin noch das ganz normale Leben.

Die Maskenbildner mussten bei dem Episodenfilm von Jahrreiss ganze Arbeit leisten, wovon man sich auch bei der Featurette „Maskenbild“ auf der DVD und Blu-ray selbst vergewissern kann. So gab es für die eine Figur eine Knollnase, für die andere beispielsweise eine prägnante Kinnpartie. Dies sieht nicht nur amüsant aus, sondern überzeugt zudem auch auf eine schräge, aber aufheiternde Art und Weise (wie auch der gekonnte Spanisch-Akzent von Katja Riemann als rassige Gabriela). Und das obwohl Dittrich (als ungelernter Schauspieler) wie auch Riemann (als nicht Sketch-Erprobte) mit großem Respekt an dieses aufwendige Film-Projekt gegangen sind. Was aber ein weiteres Mal pointenreich gezeigt wird: die Liebe drängt sich in den komischsten Lebenslagen nach vorn und vereint die Menschen doch immer wieder miteinander.

 
383 Wörter von Hella, 174 Tage alt