Die Kunst zu lieben

Veröffentlichung  17. Mai 2012    Regie  Emmanuel Mouret    Darsteller  François Cluzet  Frédérique Bel  Ariane Ascaride  Philippe Magnan
Foto: Pyramide Distribution
 IMDb-Wertung
Foto: Pyramide Distribution

Rot. Blau. Gelb. Ein Gefühl der Liebe schleicht sich in den unterschiedlichsten Farbnuancen in das Unterbewusstsein ein. Und dazu eine Melodie. Die an einem zerrt. Die bereit macht. Die Verliebte zu Liebenden macht.

Episodisch zeigt Regisseur und Drehbuchautor Emmanuel Mouret (Küss mich bitte! ), was es bedeuten kann zu lieben. So steht da zum einen die pure Lust von Achille (François Cluzet, Ziemlich beste Freunde) auf die unschlüssige Nachbarin (Frédérique Bel, Tapetenwechsel) oder eben das Verlangen von Emmanuelle (Ariane Ascaride, Tapetenwechsel) auf einfach alles und jeden, obwohl sie sich doch eigentlich in einer gut funktionierenden Ehe mit Paul (Philippe Magnan, Nichts zu verzollen) befindet. Dagegen möchte Vanessa (Élodie Navarre, Liebe mich, wenn du dich traust) nur ein einziges Mal etwas Neues ausprobieren und es stellt sich – nachdem sie ehrlich mit William (Gaspard Ulliel, Mathilde – Eine große Liebe) darüber gesprochen hat – die Frage, ob die Beziehung daran zerbricht oder man die Chance nutzen muss, um daran zu wachsen? Amélie (Judith Godréche, Das Schmuckstück) will über sich hinauswachsen, will Gutes tun, doch niemand will sich von ihr helfen lassen. Aber dann wittert sie plötzlich die unglaubliche Möglichkeit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Denn da ist auf der einen Seite ihre schon seit einem ganzen Jahr ohne Sex lebende Freundin Isabelle (Julie Depardieu, Ein Geheimnis) und auf der anderen Seite ihr guter Freund Boris (Laurent Stocker, Zusammen ist man weniger allein), der schon seit langer Zeit nur eine Sache wirklich von ihr will… Und so verstrickt sich das Geschehen mehr und mehr ineinander und tanzt zu den wildesten Liebesmelodien miteinander.

In bündigster Form (85 Minuten) wird hier ironisch humorvoll wie musikalisch bunt auf den Punkt gebracht wie viel Komplexität doch in den Worten „Ich liebe dich“ oder gar in der Ehe und dem leidenschaftlichen Sex stecken kann. Die Kurzgeschichten geben dem eigentlichen Schlamassel die gewünschte Unbeschwertheit und bissige Würze. Nicht nicht zuletzt muss der Zuschauer nicht allzu lang ungeduldig auf seinem Stuhl herumrutschen bei all den scharf gezeichneten Alltagsstories. Vermengt wurde das Ganze mit einigen hübschen französischen Klischees (kleine Bücherläden und freie Liebe), die hierbei jedoch das Lachen nur noch leichter über die Lippen gehen lassen. Emmanuel Mouret meint zu seinem neuesten romantisch komischen Streich:

In Die Kunst zu lieben erkunde ich verschiedene Fragen und Probleme der Leidenschaft und untersuche ein spezielles moralisches Dilemma. Meine Figuren behaupten frei zu sein und wollen ihre Leidenschaft mit totaler Offenheit befriedigen. Das amüsiert und fasziniert mich. Vor allen Dingen erlaubt es mir, zeitgenössische Moralvorstellungen in Frage zu stellen und unbemerkt moralische Verhaltensregeln zu thematisieren, ohne selbst zu moralisieren.