Die etwas anderen Cops

 
Heimkino 09. Oktober 2010
 
Die etwas anderen Cops
 

Irgendwo zwischen Starsky & Hutch, Rush Hour und Hot Fuzz

Um es gleich vorweg zu nehmen: Will Ferrell ist mein absoluter Lieblingsschauspieler. Man kennt ihn aus Filmen wie Die fast vergessene Welt, Stiefbrüder, Zoolander und Buddy – Der Weihnachtself. Er ist groß, kindisch, authentisch und auf eine suptil-aggressive Art lustig. Das gefällt! Und wie es der Zufall Will Ferrell, spielt er eine der Hauptrollen in Die etwas anderen Cops. Die Vermutung liegt nahe, dass der Film dadurch schon gewonnen hat (hat er auch!). Ich kann dem nur entgegensetzen so objektiv wie möglich zu (be)schreiben und zu (be)werten.

Es gibt Cops wie Danson (Dwayne Johnson) und Highsmith (Samuel L. Jackson). Sie sind das prachtvolle Aushängeschild der New Yorker Polizei und haben das Gesetz auf ihrer Seite – mit durchschlagendem Erfolg. Und es gibt die etwas anderen Cops, Gamble (Will Ferrell) und Hoitz (Mark Wahlberg). Sie versagen auf ganzer Linie. Gamble ist ein naiver Trottel und Aktensortierer wie er im Buche steht, Hoitz ein hitzköpfiger Loser, der gern ein knallharter Bulle wär. Sie sind Partner, doch kommen beide nicht von ihren Schreibtischen weg – der eine, weil er aus Prinzip nicht Will Ferrell, der andere, weil er wegen einer Strafversetzung in den Innendienst nicht darf. Wer die Stadt vor den bösen Jungs beschützen soll, steht außer Frage. Als Gamble und Hoitz jedoch auf der Spur eines harmlosen Falles sind, bietet sich ihnen die Möglichkeit mehr aus ihrer Situation zu machen. Das schräge Duo ergänzt sich in diversen Punkten, läuft zu Hochform auf und kommt den Bösewichten gefährlich nahe.

Die etwas anderen Cops ist eine spaßige Buddy-Komödie mit einem satirischen Humor, der bewusst realitätsfern ist und dadurch umso öfter zündet. Im Vergleich zu anderen Komödien, die nur die vulgäre Schiene bedienen, gibt es in Die etwas anderen Cops so viele tolle Witze, Gags und Pointen, dass sich der Film jemandem wie mir als eine gelungene und herbeigesehnte Abwechslung empfiehlt. Einige Szenen gehen sogar so weit, dass man als Zuschauer nur noch fassungslos im Kinosessel sitzt und sich denkt: Warum zur Hölle?!… Toll. Absurde Situationen gibt es wirklich zu Genüge. Als ungleiches Paar brillieren Ferrell und Wahlberg auf ganzer Linie. Beide holen alles aus ihren kauzigen Charakteren raus. Das zeigt sich vor allem in den Szenen mit Ferrells Film-Frau (Eva Mendes)! Aus irgend einem Grund scheint er filmunabhängig ausgesprochenes Glück mit der Besetzung seiner besseren Hälfte und einem Charakterzug zu haben, der heiße Frauen nur so anzieht. Es macht sich auch bemerkbar das Die etwas anderen Cops bereits die 4. Zusammenarbeit zwischen Ferrell und Regisseur Adam McKay ist. Eine mögliche Überlegung des Regisseurs: “Mhh, wen können wir dem Will denn diesmal zur Seite stellen?” (Verweis 1, Verweis 2). Die etwas anderen Cops macht alles richtig und erfüllt alle Erwartungen an eine schräge Komödie. Von mir gibt es die Höchstpunktzahl!
Kleiner Wermutstropfen: der Trailer verrät einige gute Gags und sollte bei ernsthaftem Verlangen den Film unbefleckt zu genießen lieber gemieden werden.

 
437 Wörter von David, 587 Tage alt