Die politische Aktivistin Bahia Benmahmoud (Sara Forestier, Gainsbourg – Der Mann, der die Frauen liebte) hat es sich zur Aufgabe gemacht ihre Ideologie Männern näher zu bringen, in dem sie in hippiesker Manier mit ihnen schläft. So wie sie für schlechter gestellte Menschen inbrünstig einsteht, so setzt sich Bahia auch für ihre eigenen Belange ohne Kompromisse ein. Als sie jedoch an den zurückhaltenden wie auch überaus akkuraten Arthur Martin (Jacques Gamblin, Kommissar Bellamy) gerät, beginnt mit der wachsenden Zuneigung zu ihm auch ihre laute Oberfläche langsam zu bröckeln. Der bekennende Linkswähler wird regelrecht überrumpelt von der charmanten jungen Frau und lässt sich von ihr mitnehmen in ihre Welt und die Erzählungen über ihre Familie bis er sich schließlich auch weiter öffnet als er es je von sich vermutet hätte.
Michel Leclerc konfrontiert den Betrachter mit nackten Tatsachen, locker-derben Dialogen und ermöglicht dabei einen Einblick hinter die dicke Mauer von Vorurteilen, da wo die Tabubrüche und ans Herz gehenden Geschichten lauern. Denn was der Titel Der Name der Leute schon andeutet, zeigt der 100-Minüter umso deutlicher: Namen gegenüber ist man gern mal voreingenommen, obwohl sie in der heutigen Zeit immer weniger mit einer Identität zu tun haben müssen. Die Protagonisten Arthur Martin und Bahia Benmahmoud sind da die besten Beispiele, wenn man sich der Frage nähert was die Herkunft und der eigene Name bedeutet. Sie spricht von ihrem Namen voller Stolz, würde sich aber wünschen weniger französisch auszusehen. Wohingegen er sich liebend gern hinter seinem unscheinbar französischen Namen versteckt. Beide Charaktere haben ein äußerst kompliziertes Verhältnis zu ihren Namen. Dieses Gefühl kennt Drehbuchautor und Regisseur Leclerc nur all zu gut und so konnte er dem Film eine sehr persönliche Note geben. Vielleicht ist genau das auch der Grund dafür, dass trotz des eigentlich so ernsten Themas dem Betrachter stets solch eine humoristische Leichtigkeit entgegen schwappt. Der Name der Leute ist bei all seiner Gesellschaftskritik eben auch ein Film für die Lachmuskeln eines jeden, der sich auf die Reise durch wirre Liebe und Familienbiografien begeben möchte.