Der Lorax

Veröffentlichung  22. November 2012    Regie  Chris Renaud  Kyle Balda    Darsteller  Zac Efron  Taylor Swift  Danny DeVito  Ed Helms
Foto: Universal Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Universal Pictures Germany

Nach solch kunterbunten und gleichzeitig schreckensvollen Geschichten wie Der Grinch oder auch Horton hört ein Hu! fand nun ein weiteres Werk für Kinder von Dr. Seuss seinen Weg auf die Kinoleinwände. Dieses Mal sogar in formvollendetem 3D. Für das Heimkino haben wir die kunterbunte 2D-Version begutachtet.

Eine Welt ganz ohne Bäume. Eigentlich kaum vorstellbar. Aber der 12-jährige Ted (im Original gesprochen von Zac Efron, Happy New Year) kennt es gar nicht anders. Er beginnt sich erst Gedanken über seine Umwelt zu machen als er sich Hals über Kopf in die rothaarige Audrey (Original: Taylor Swift, Valentinstag) verliebt und ihr einfach jeden Wunsch von den Lippen ablesen möchte. Das Mädchen hat genug von Thneedville, einem Ort, an dem alles aus Plastik ist und es frische Luft nur aus den Flaschen von dem Businessmenschen Aloysius O’Hare (Original: Rob Riggle, 21 Jump Street) gibt – sie möchte endlich Mal einen echten Baum zu Gesicht bekommen. Das lässt sich der Verliebte nicht zweimal sagen und begibt sich auf die Suche nach dem Once-ler (Original: Ed Helms, Hangover), welcher überhaupt erst Schuld an der baumlosen Misere ist, aber auch alles wieder ins Lot bringen kann. Doch zunächst hat der Once-ler seine lange, tragische Lebensgeschichte voller Höhen, Tiefen und zu guter Letzt auch dem Lorax (Original: Danny DeVito, Solitary Man) zu erzählen.

Das Besondere an Der Lorax, bei dem Chris Renaud und Kyle Balda (Ich – Einfach unverbesserlich) Regie führten, ist zum einen die für einen Kinderanimationsfilm ungewöhnliche Story rund um den Naturschutz (und natürlich der ersten Liebe). Zum anderen aber auch, dass Danny DeVito nicht allein die Synchronisation des orange-plüschigen Waldwächters im englischen Original übernahm, sondern auch gleich noch die deutsche Variante des Lorax’ einsprach. Dies sollte in den rund anderthalb Stunden für einige Schmunzler sorgen, in dem es insgesamt recht verrückt zugeht. Da gibt es Teddybären die eine Obsession mit Marshmallows haben, Bäume die ganz wuschelig sind und damit auch als Stoff für Bekleidung herhalten müssen und eben die verdrehtesten Namen wie beispielsweise den Once-ler. Typisch Dr. Seuss eben, dem Sprachakrobaten und Nonsens-Poeten, in den man in Amerika seit jeher völlig vernarrt ist. Ganz klar also, dass die Hollywoodprominenz nicht lange auf sich warten ließ, um das Spektakel stimmkräftig zu unterstützen. Schade nur, dass man viel zu viele Plattitüden und Ungereimtheiten zu sehen bekommt. Es handelt sich hierbei trotz des innovativen Nachhaltigkeitsgedanken letztlich doch nur um eine schnöde Coming-of-Age-Erzählung, die sich wenig Mühe bei neuartigen Dialogen gibt. Dabei fällt stark auf, dass das Hauptaugenmerk darauf gelegt wurde die junge Generation zufrieden zu stellen, was sich umso deutlicher bei den fortwährend niveaulosen Gesangsparts herauskristallisiert. Menschen wie Ted und Audrey sind zudem in ihrem Design genauso austauschbar wie viele Teile der Handlung. So können auch die flauschigen Nebencharaktere und ein Danny DeVito in Höchstform nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich der Film als zu einfältig darstellt, um bei Groß und Klein wirklich zu punkten.