Der grosse Buck Howard

 
Heimkino 31. August 2011
 
Der grosse Buck Howard
 

Bereits im Jahr 2008 entstand die dramatisch anmutende Komödie Der große Buck Howard. In einem Jahr, in dem man die Auswirkungen der Finanzkrise auf der ganzen Welt zu spüren bekam. Sean McGinly kreierte zu dieser Zeit die Figur des Magiers Buck Howard, gespielt von John Malkovich (Being John Malkovich). Denn die Menschen träumen gern, lassen sich willig lächelnd in eine andere Welt hineinzaubern. So treffen der Unterhaltungswert eines Films und die betörende Magie genau zum richtigen Zeitpunkt aufeinander ein. Doch was sich im ersten Moment nach neunzig Minuten voller gedankenloser Lacher, weit weg von der Realität anhört, wandelt sich schnell.

Dem Betrachter wird der Jungspund Troy Gable (Colin Hanks, bekannt aus Nix wie raus aus Orange County) präsentiert, der mit einem Mal sein Jurastudium abbricht, um sich von der festgefahrenen Ernsthaftigkeit seines Lebens zu entreißen und sich Hals über Kopf in die Ungewissheit stürzt. Er tritt gegen den Willen seines ehrgeizigen wie auch engstirnigen Vaters (Tom Hanks) den Job als persönlicher Assistent des Mentalisten Buck Howard an. Nach dem ersten Höhenflug kehrt umso schneller Nüchternheit ein als er feststellen muss, dass sein divenhafter Chef seine besten Tage schon längst hinter sich gelassen hat. Die Menschen haben mittlerweile tonnenweise echte Probleme, kämpfen jeden Tag – wer will da schon lahmen, veralteten Hokuspokus für Geld ertragen? Genau. Und so verzaubert sich Howard immer mehr selbst, da er nicht wahrhaben will, dass auch seine Zeit abgelaufen ist. Selbst die für die Pressekontakte zuständige Valerie Brennan (Emily Blunt, Der Plan) erträgt seine hochtrabenden Worte nur mit einem Augenrollen. Doch mit einem noch nie da gewesenen Zaubertrick versucht der von sich eingenommene Magier das Ruder noch ein letztes Mal herum zu reißen und somit seine Kritiker und Konkurrenten von seiner bezaubernden Großartigkeit vollends zu überzeugen.

Sean McGinly schrieb auch das Drehbuch zum Film, der nur so vor bissigem Humor strotzt. Keine Frage also, dass die Rolle des kapriziösen Zauberers dem mit dem schrägsten Grinsen ausgestattete Schauspieltalent John Malkovich zugestanden werden musste. Dieser stellt den roten Faden des Films dar, der leider manchmal durch die sich entwickelnde Liebesbeziehung zwischen dem Assistenten und der Pressesprecherin zu weit in die Kitschigkeit abzurutschen und dadurch an Witz zu verlieren droht. Aber alles in allem bleibt Der große Buck Howard ein durchaus tragisch-komischer wie sehenswerter Film, dem leider zur Zeit des Erscheinens nicht genügend Aufmerksamkeit zu teil wurde. Bei all den fast täglich auf einen einbrechenden Krisen sollte man sich diese anderthalb Stunden mitfühlen und gleichzeitig schmunzeln jedoch nicht verwehren.

Die Blu-ray und DVD kommt mit folgenden Extras: Audiokommentare mit dem Regisseur sowie Colin Hanks, entfallene und erweiterte Szenen und sogar die Geschichte über The Amazing Kreskin, der das Vorbild zur Hauptfigur Buck Howard war.

 
442 Wörter von Hella, 262 Tage alt