Der ganz normale Wahnsinn – Working Mum
 

Sarah Jessica Parker (Sex And The City) nimmt in Der ganz normale Wahnsinn – Working Mum eine ihr nur allzu bekannte Rolle ein. Nämlich die einer enthusiastischen Karrierefrau und Mutter. Dass solch eine Doppelbelastung meist nur zu holprigen Kompromissen führen kann, zeigt diese Komödie auf erfrischende wie auch durchaus deutliche Art.

Kate Reddy (Sarah Jessica Parker) ist die aufstrebende Managerin einer Bostoner Fondsgesellschaft und einer Familie mit zwei Kindern. Ben (Theodore und Julius Goldberg) ist noch zu klein, um sprechen zu können, und strahlt die gestresste Mutter stets an, doch die 6-jährige Emily (Emma Rayne Lyle) zeigt sich bei den vielen Arbeitsreisen schon erheblich nachtragender. Dabei ist es Kates größter Wunsch rund um die Uhr für ihre Kinder und ihren Ehemann Richard (Greg Kinnear, Little Miss Sunshine) da zu sein und trotzdem fleißig ihrer Arbeit nachzugehen. Für einen Moment scheint alles glatt zu gehen als ihr Entwurf für einen neuen Investmentfond bei dem New Yorker Vorsitzenden Jack Abelhammer (Pierce Brosnan, James Bond 007 – Die Welt ist nicht genug) auf offene Ohren trifft. Nur ist da das klitzekleine Problem, dass auch Richard einen großen Job an Land gezogen hat und damit das durchkonstruierte Zeitsystem ordentlich ins Wanken gerät. Wer holt die Kinder wann von der Schule ab? Wer plant Emilys Geburtstag und backt Kuchen für den Schulbasar? Kate schläft nur wenig, fügt die meiste Zeit neue, wichtige Dinge auf ihre Liste hinzu, um den Wald vor lauter Bäumen nicht aus den Augen zu verlieren. Umso schwerer macht es ihr der smarte Geschäftspartner, der ihr mithilfe von Restaurantbesuchen und guten Gesprächen ermöglicht einen Ausgleich zum Familienwahn zu entdecken. Gott sei Dank sind da noch ihre helfenden Engel: auf der einen Seite ihre beste Freundin und Kollegin, die alleinerziehende Allison (Christina Hendricks, Mad Man) sowie ihre Junior-Partnerin Momo (Olivia Munn, Perfect Couples), für die es einfach niemals ein Privatleben zu geben scheint. Und trotzdem kann sich niemand so richtig die Frage beantworten wie Kate Reddy das alles nur immer zu meistern schafft.

Die Verfilmung des 2002er Debütromans von der Waliserin Allison Pearson übernahm der Regisseur Douglas McGrath (Infamous). Was sich schon in Buchform als durchschlagender Erfolg entpuppte (für 23 Wochen tummelte es sich auf der New York Times Bestsellerliste), ermöglicht auch im Heimkino ein herrlich leichtes Amüsement über das Mutter-Dasein berufstätiger Frauen. So kann es schon mal vorkommen, dass man die Mode-Ikone Carrie Bradshaw aus Sex And The City mit dem Hang zu Manolo Blahnik Schuhen in der Rolle als Kate Reddy eher mit praktischer als exzentrischer Kleidung zur Arbeit laufen sieht, die mit Essensresten anstelle von Glitzerpailletten besetzt ist und dazu noch des Öfteren nach Erbrochenen riecht. Diese charmante Normalität lässt aufatmen. Zudem ist für Sarah Jessica Parker das Koordinationschaos ihrer Figur nur allzu bekannt aus ihrem eigenen Familienleben. Wobei sie dies mehr und mehr zu umgehen versucht, indem sie beispielsweise ihre drei Kinder mit ans Set nimmt. Nun, so privilegiert ist bei weitem nicht jeder und genau dafür sind die 90 Minuten gut. Um mit dieser Komödie über die alltäglichen wie auch scheinbar absurden Problematiken einer jeden Mutter auf der Arbeit, als Elternteil und nicht zu vergessen als Ehepartner den Kinogänger gebührend zu beschenken.

 
522 Wörter von Hella, 61 Tage alt