Darkest Hour

Veröffentlichung  29. Dezember 2011    Regie  Chris Gorak    Darsteller  Emile Hirsch  Olivia Thirlby  Max Minghella
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

Unsichtbare Aliens in Moskau

Eine Hand voll junger Menschen kämpft nach einem verheerenden Angriff von Aliens um’s Überleben. Schön, dass diese auch mal woanders landen als in Amerika. Schade, dass Darkest Hour aus diesem Umstand rein gar nichts zu machen weiß.

Während einer Geschäftsreise nach Moskau lernen die beiden Jungunternehmer Ben (Max Minghella, The Ides of March) und Sean (Emile Hirsch, Into the Wild und Milk) die Touristinnen Natalie (Olivia Thirlby, Juno und Bored to Death) und Anne (Rachael Taylor, Transformers) kennen. Sie feiern ausgelassen und haben Spaß in der fremden Metropole. Im Laufe der Partynacht beobachten sie jedoch die Ankunft merkwürdiger Lichter am Himmel. Nachdem die gelandeten Lichtgestalten sich im Nichts auflösen, weicht das anfängliche Staunen schnell einem Wettlauf um Leben und Tod. Denn alle Lebewesen, die mit den unsichtbaren Gestalten in Berührung kommen, verfallen binnen Sekunden wie Asche in sich zusammen. Als es der jungen Gruppe gelingt sich für einige Tage in den Keller des Clubs zurückzuziehen, scheint ganz Moskau dem Erdboden gleich gemacht. Weil alle Vorräte aufgebraucht sind, machen sie sich auf die Suche nach anderen Überlebenden und einer Möglichkeit den außerirdischen Geistern zu entkommen. Diese streifen aber immernoch auf der Suche nach Energiequellen durch die Stadt. In ihrer eingeschränkten Sicht nehmen sie lediglich elektrische Impulse wahr. Dadurch strahlt ihnen allerdings auch das menschliche Nervensystem wie ein buntes Lichtermeer entgegen. Wird es den Freunden gelingen sich gegen die Aliens zur Wehr zu setzen?

Planeten erobern, Energie verschlingen, alles Leben zerstören

Regisseur Chris Gorak (weist einen beeindruckenden Lebenslauf als Art Director bei Produktionen wie Minority Report und Fight Club sowie als Produktionsdesigner bei Blade Trinity auf) hat Russlands Kultregisseur Timur Bekmambetov als Produzenten für Darkest Hour gewinnen können, der sich für Erfolgsfilme wie Wächter der Nacht und Wächter des Tages verantwortlich zeigt. Leider weist die aktuelle Produktion bei derartig vielversprechenden Köpfen hinter der Kamera keine auch nur ansatzweise erfolgsversprechende Umsetzung auf. Skepsis macht sich breit. Darkest Hour verkommt, gewollt oder ungewollt, als eine Parodie typischer Alien-Invasionen. Ein völlig überzogenes Schauspiel findet sich mit einer nicht zu entschuldigenden Story zusammen. Was hat Darsteller wie Emile Hirsch und Olivia Thirlby dazu bewogen sich einem solchen charakterlosen Projekt anzuschließen? Auch die Tatsache, dass Aliens einmal nicht in Amerika einfallen, rettet Darkest Hour nicht einmal über die ersten zehn Minuten.

Das Komische: auf eine naive Art und Weise, mit einigen innovativen Ideen scheint Darkest Hour zunächst einen Blick wert zu sein. Dem Zuschauer werden nämlich Aliens versprochen, wie sie noch nie dargestellt wurden. Denn wenn es in der dunkelsten Stunde knistert und Lichter entzündet werden, dann, weil die außerirdischen Angreifer in der Nähe sind. Ummantelt von einer Art tödlichen elektromagnetischen Energie, die bei Berührung alles Leben in Asche verwandelt, schleichen die unsichtbaren Besucher durch Moskau. So lange die überlegene Unsichtbarkeit über weite Strecken des Films der fast einzige Pluspunkt bleibt, so schnell kehrt sich das Bild beim Anblick der Aliens in völlige Ungläubigkeit – das kann man doch nicht ernst meinen! Wenn der Zuschauer von den dümmlich-bösen Alien-Augen angesehen wird, liest man förmlich in ihren Gesichtern: “Frag besser nicht nach!”. Ab genau diesem Zeitpunkt wirkt das ganze Szenario wie aus einem frühen Nintendo 64-Videospiel entsprungen. Und das lässt wahrlich keine Nostalgie-Gefühle aufkommen.

Daher entpuppt sich das anfängliche spitzbübische Interesse schnell als ein überzogener und fantasiereicher Marketingstreich. Kurzum: weder der nicht vorhandene 3D-Effekt, noch der Film an sich rechtfertigen einen Kinobesuch.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  28. Dezember 2011    Worte  552
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