Die Wüste von Arizona im Jahr 1873. Ein Mann ohne Gedächtnis (Daniel Craig) taucht in dem kleinen Städtchen Absolution auf. Um seinen Arm trägt er eine merkwürdige Metallmanschette, dessen Bestimmung zunächst völlig unklar scheint. Obwohl er versucht nicht aufzufallen, bleibt seine Identität nicht lange ungeklärt. Denn die Einwohner wissen, dass es sich bei dem Unbekannten um den Gesuchten Jake Lonergan handelt. Und dieser hat Schulden bei dem herrischen Colonel Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford), der die Gemeinde stets mit eiserner Faust regiert. Nach der Gefangennahme geschieht jedoch etwas, dass die Karten neu mischt. Denn aus dem Nichts erfolgt ein Angriff von mysteriösen Flugobjekten, die vereinzelte Menschen einfangen und zu sich hinauf ziehen. So etwas hat die Stadt noch nicht gesehen und ohne zu wissen welcher Art Feind sie sich entgegen stellt, wird schnell klar, dass herkömmliche Waffen kaum etwas auszurichten vermögen. Plötzlich wird der Fremde Jake zur letzten Hoffnung im ungleichen Kampf gegen die übermächtigen Aliens. Das Ding um sein Handgelenk befähigt ihn dazu den außerirdischen Angreifern die Stirn zu bieten. Mit Hilfe der undurchschaubaren Reisenden Ella (Olivia Wilde), die ebenfalls ein Geheimnis mit sich trägt, treibt er eine Gruppe mutiger Outlaws zusammen, die bereit ist bis zum bitteren Ende Widerstand zu leisten, um die verschwundenen Bewohner zu retten.
Die gefühlte dreißigste Comicverfilmung allein in diesem Jahr nimmt sich etwas Anlaufzeit um die interessanten Charaktere vorzustellen, driftet im fortlaufenden Film jedoch in völlig absurde Dimensionen ab. Der auf der Graphic Novel von Scott Mitchell Rosenberg basierende Stoff bietet jede Menge Action, eine atemberaubende Kulisse und bissigen Humor – dennoch vermag Cowboys und Aliens seine Bestimmung nicht so recht zu finden. Wie so oft verliert auch dieser Film allerhand Charme mit dem ersten Anblick der Außerirdischen, die wie dumme Bots in Computerspielen wirken. Denn was wollen die Eindringlinge auf der Erde? Sie suchen Gold. Das ‘Wofür’ wird jedoch nicht aufgeklärt. Überhaupt bleiben zu viele Fragen ungelöst. Einzig die Aussicht auf eine oder mehrere Fortsetzungen durch das offene Ende vermag der Story als Beginn von etwas noch Größerem eine gewisse Existenzberechtigung zu geben. Wer jedoch nur auf kurzweilige Unterhaltung aus ist, der verbringt mit dem ungewöhnlichen Aufeinandertreffen von Cowboys und Aliens sowie den vielen bekannten Gesichtern einen aufregenden Abend im Heimkino. So sind es vor allem die Schauspieler, die versuchen aus einer mittelmäßigen Geschichte eine anständige Western-Show zu machen. Neben 007 und Indiana Jones zieht aber vor allem ein junges Nachwuchstalent die Aufmerksamkeit auf sich: Paul Dano darf als Fords Sohn einmal völlig am Rad drehen und beweist damit einmal mehr seine ungeheure Wandlungsfähigkeit. Aufgrund seines Filmschicksals wird ihm leider weniger Leinwandzeit eingeräumt, als er verdient hätte. Weiterhin wünscht man sich auch den unerschrockenen Sam Rockwell als Doc öfter zu sehen zu bekommen. Leider lässt auch seine Nebenrolle keine Vertiefung seines künstlerischen Könnens zu. Schade!