Contraband

Veröffentlichung  19. Juli 2012    Regie  Baltasar Kórmakur    Darsteller  Mark Wahlberg  Ben Foster  Giovanni Ribisi  Kate Beckinsale
Foto: Universal Pictures Germany
 IMDb-Wertung
Foto: Universal Pictures Germany

Manipulation, Drogen und Schießereien

Der Krimi Contraband (Neuverfilmung von “Reykjavik – Rotterdam: Tödliche Lieferung” aus dem Jahr 2008) entführt uns auf die hohe See, wo Drogen und Wertgegenstände über Ländergrenzen hinweg geschmuggelt werden. Die Neuauflage von Baltasar Kórmakur (produzierte das isländisch-deutsch-niederländische Original und übernahm darin sogar selbst die Hauptrolle) punktet durch seine prominente Besetzung und bietet eine spannungsgeladene Geschichte rund um einen betrogenen Mann, der alles dafür tut seine Famile zu beschützen.

Chris Farraday (Mark Wahlberg, The Italian Job – Jagd auf Millionen) war der beste seiner Zunft. Es gab nichts, was er nicht am Zoll vorbeischleusen konnte und so machte er sich als Schmugglerlegende von New Orleans einen Namen. Seine kriminellen Wurzeln lässt er jedoch hinter sich als er seine Frau Kate (Kate Beckinsale, Underworld) kennenlernt. Gemeinsam starten sie ein neues, bürgerliches Leben. Chris macht sich selbstständig und verkauft fortan Sicherheitsanlagen. Doch Kates jüngerer Bruder Andy (Caleb Landry Jones, X-Men: Erste Entscheidung) beschwört Ärger herauf, indem er immense Schulden bei dem Psychopathen Briggs (Giovanni Ribisi, The Big White) macht. Chris sieht sich gezwungen ein letztes Mal einzuspringen, um die Familienschulden zu begleichen. Er heuert wieder an und plant einen riskanten Coup – ob Falschgeld aus Panama das hohe Risiko wert sein wird? Da Schiffskapitän Camp (J.K. Simmons, Juno) ahnt, dass seine Tour von Chris missbraucht wird, tut er alles in seiner Macht stehende um den ausgeklügelten Plan zu durchkreuzen. Nachdem Briggs mit einigen Schlägern erneut Druck auf seine Frau Kate ausübt, sieht sich Chris gezwungen weit über seine vertretbaren Grenzen zu gehen. Sein bester Freund Sebastian (Ben Foster, The Mechanic), der zuhause blieb, um auf Kate und die Jungs aufzupassen, verfällt seinerseits in einen immer tiefer werdenden Strudel aus Schulden und daraus resultierenden Konsequenzen.

Mit bewährten Mitteln inszeniert der isländische Regisseur Baltasar Kórmakur einen rasanten Actionstreifen, der weniger durch seine übertriebene kriminelle Ader als durch sein ungewöhnliches Setting punktet. Da man Hauptdarsteller Mark Wahlberg weder das legendäre Talent fürs Schmuggeln, noch seine wiederaufblühende Lust dazu abnimmt, lässt sich sein Beitrag für den Film am Besten durch sein entsetztes Augenbrauenhochziehen beschreiben, das seine Mitmenschen vor respektvoller Andacht erstarren lassen soll. Demgegenüber erstrahlt Giovanni Ribisi geradezu in seiner Rolle als durchgeknallter Bösewicht. Wenn er zu Beginn erfährt, dass Andy seine Drogen verloren hat, rastet er nicht etwa aus – er steigt stattdessen seelenruhig in sein Auto, startet den Motor und zerlegt Andys Auto. Ribisi nahm sich ausgiebig Zeit vor dem Fenseher, um sich richtig auf seine Rolle vorzubereiten:

I watched a lot of documentaries on prison and reality TV shows about that. That was interesting, because that’s where my character came from – essentially, eight years of prison, before the movie starts, so that’s what was kind of really interesting. I think for me it was more about the characterization as opposed to learning all about the ins and outs of stealing and contraband and all that.

Diese Mühe in Ehren, letztlich geht es darum, wie sich einige gute Kerle mit ehrenwerten Absichten dem versammelten Bösen mit ihren durchtriebenen Machenschaften entgegenstellen und dabei nur knapp am Totalschaden vorbeischrammen. Contraband ist ein Film, der eigentlich alles richtig macht, ohne dass er sonderlich heraussticht. Sicher, es gibt wilde Schiessereien, Verfolgungsjagden, Schlägereien und Manipulation – aber wo gibt es die denn bitte nicht?