Celeste & Jesse – Jeder liebt für sich allein

Veröffentlichung  26. September 2013    Regie  Lee Toland Krieger    Darsteller  Rashida Jones  Andy Samberg  Ari Graynor
Foto: DCM Filmverleih
 IMDb-Wertung
Foto: DCM Filmverleih

Beziehungsstatus: Es ist kompliziert

Celeste (Rashida Jones, The Social Network) und Jesse (Andy Samberg, Saturday Night Live) waren mal ein Paar. Das dieser Fakt der Vergangenheit angehört, ist selbst für die engen Freunde Beth (Ari Graynor, Der perfekte Ex) und Tucker (Eric Christian Olsen, Plan B für die Liebe) kaum zu merken. Denn noch immer leben die Zwei Tür an Tür, sind weiterhin verheiratet und lachen über gemeinsame Insider-Witze. Die Beiden sind stolz auf ihr rundum gelungenes Beziehungsaus. Doch alles gerät ins Wanken als Jesse schließlich die Scheidung aufgrund neuester Entwicklungen vorantreiben möchte. Celeste, die eigentlich die ganze Trennungskiste in die Wege geleitet hat, ist plötzlich völlig überfordert mit der neuen Situation. Denn selbst wenn sie immer das In-den-Tag-hineinleben von Jesse im Kontrast zu ihrem Erfolg als größtes Problem in der Ehe gesehen hat, so fallen ihr nun genauso viele gute Gründe für ihr Zusammensein ein.

Im Grunde genommen wollten wir eine Komödie über ein gebrochenes Herz schreiben. Darüber, was es heißt, echten Herzschmerz zu ertragen. Wie verheerend das sein kann, aber auch komisch, wenn man den Eindruck hat, die ganze Welt bleibt gerade stehen. Tut sie aber nicht. Und man stirbt auch nicht. Man wächst daran. (Rashida Jones und Will McCormack)

Celeste & Jesse ist ein Film geworden, der zu überraschen weiß. Denn obwohl es sich bei dem 92-Minüter um eine romantische Komödie mit klassischen Höhen und Tiefen handelt, fanden die Drehbuchautoren Rashida Jones und Will McCormack (auch er übernahm eine Rolle im Film) Wege, um die Spannungskurve mit neuen Einfällen zu füttern. Liebeskummer wird von den Protagonisten nicht mit Schnulzen wie Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück oder Dirty Dancing bewältigt, sondern mit einer Aufzeichnung von dem jüngst verwitweten deutschen Gewichtheber Matthias Steiner, welche zeigt wie er die Goldmedaille bei den 2008er Olympischen Spielen gewinnt. Des Weiteren beginnt der Film genau da, wo andere Werke dieses Genres bereits ihren Höhepunkt haben – denn die Streit-Phase ist vorbei und Celeste und Jesse sind nun richtig dicke Freunde. Die angenehme Frische, die vergleichbar mit der 2009er Rom-Com (500) Days of Summer ist, kommt zum Teil auch daher, dass die Drehbuchautoren selbst bereits ein Paar waren und danach versuchten eine Möglichkeit zu finden, um die Freundschaft aufrechtzuerhalten.

Celeste und Jesse sind sicherlich etwas übertriebene Versionen von uns beiden. Celestes Entwicklung ist interessant, schließlich hält sie sich anfangs für so clever, dass sie den Liebeskummer einfach austricksen kann. So etwas passiert immer nur den anderen Leuten. Sie selbst versucht alles, um dieses Gefühl zu vermeiden. (Will McCormack)

Bei ihrem ersten gemeinsamen Schreibversuch konnten sie nun aus den Vollen ihrer eigenen Vergangenheit und dem, was Freunde berichteten, schöpfen und somit ein herzerwärmendes, lockeres Werk mit überaus sympathischen Darstellern erschaffen.