Der unglaubliche Burt Wonderstone

Veröffentlichung  04. April 2013    Regie  Don Scardino    Darsteller  Steve Carell  Steve Buscemi  Jim Carrey  Olivia Wilde
Foto: New Line Cinema
 IMDb-Wertung
Foto: New Line Cinema

Als Magier werden dich alle lieben!

Burt Wonderstone (Steve Carell, Crazy, Stupid, Love.) und Anton Marvelton (Steve Buscemi, Boardwalk Empire) sind seid jüngster Kindheit ein magisches Freundschafts-Duo. Selbst im besten Erwachsenenalter treten sie noch gemeinsam als „Der unglaubliche Burt und Anton“ Abend für Abend in Las Vegas mit ihren Zauberkünsten auf. Doch hinter den Kulissen brodelt es. Streit, Missgunst und Geldnot werden durch das Auftreten von Steve Gray (Jim Carrey, Der Ja-Sager) weiter angeheizt. Dieser ist mit seinen ‚Tricks’ (wie dem für unzählige Stunden nicht auf die Toilette zu gehen) der neue Star am Entertainment-Himmel. Als Anton schließlich das Handtuch wirft, ist Burt überzeugt die Show allein genauso gut weiterführen zu können. Aber weit gefehlt. Sein Vertrag bei dem Hotelbesitzer Doug Munny (James Gandolfini, Die Sopranos) wird gekündigt und so muss er sich letztendlich in einer Seniorenresidenz als ausgemusterter Entertainer seinen Unterhalt verdienen. Aber auf jedes Tief folgt bekanntermaßen ein Hoch. In diesem Falle in Person von dem Magier-Urgestein Rance Holloway (Alan Arkin, Argo). Mit seiner und der Hilfe von Ex-Assistentin Jane (Olivia Wilde, Cold Blood – Kein Ausweg. Keine Gnade.) kann er wieder zu der früheren Passion für die Illusion wiederfinden und wird damit alle überraschen.

Glitzernde Kostüme, wehende Haare, karibikbraune Haut und eine gründlich rasierte Brust: Zauberkünstler haben allein mit ihrer albernen Aufmachung gepaart mit der transportierten Ernsthaftigkeit ihren Ruf weg. Selbst wenn sich ihre Tricks halbwegs unterhaltsam darstellen, so amüsieren sie doch vor allem in ihrer nicht zeitgemäßen Präsentation nachhaltig. Die Drehbuchautoren Chad Kultgen, Tyler Mitchell, Jonathan M. Goldstein und John Francis Daley erkannten das Potential in dieser eigenwilligen Szene und bastelten daraus unter der Regie von Don Scardino (führte bei Serien wie 30 Rock und Royal Pains Regie) eine wunderbar erheiternde Komödie. Obwohl die Genre-Könner Steve Carell und Jim Carrey mit Leichtigkeit eine hohe Gag-Dichte auszulösen wissen, überzeugt schließlich doch stärker die subtile Komik der erstklassig besetzten Nebendarsteller. So liefert unter anderem James Gandolfini beständig solide Pointen, in dem er sich beispielsweise einfach nicht das Alter seines Sohnes merken kann und Steve Buscemi lächelt sich naiv in die Herzen, wenn er zudem auch noch die in ärmlichen Verhältnissen lebenden Kinder mit Magie anstelle von Essen beschenken will. Nur wird dem Titel des 100-Minüters entsprechend diesen Schauspielern wenig Raum – geschweige den Tiefgang gegeben. Selbst der zynische Frauenabschlepper Burt Wonderstone bleibt letztlich ziemlich farblos und in eine recht oberflächlich konstruierte Spannungskurve hineinplatziert. Nichtsdestotrotz kann Der unglaubliche Burt Wonderstone im Vergleich zu einem Film wie dem 2008er Der große Buck Howard locker mithalten in Bezug auf humorige Bösartigkeit, Bissigkeit sowie dem großen Unterhaltungswert und sollte deshalb nicht gemieden werden.