Burke & Hare

 
Heimkino 01. Juni 2011
 
Burke & Hare
 

Edinburgh im Jahr 1828 – die Stadt erstrahlt im Glanze des wissenschaftlichen Fortschritts. Die angesehenen Doktoren Knox (Tom Wilkinson) und Monro (Tim Curry) tragen einen erbitterten Wettstreit auf dem Gebiet der medizinischen Forschung aus. Ihre Lehre der menschlichen Anatomie bringt das Sezieren von Leichen vor einer Vielzahl von Studenten mit sich. Doch die allein für die Forschung zur Verfügung stehenden Leichen Krimineller werden bald knapp. Wie es der Zufall so will, haben die beiden findigen Tagelöhner William Burke (Simon Pegg) und William Hare (Andy Serkis) einen frisch Verstorbenen zu entsorgen. Ihr Weg führt sie direkt in die Kühlkammer von Doktor Knox. Das bringt sie auf ein eintragreiches Geschäftskonzept: fortan beliefern sie die medizinische Abteilung der Universität mit Toten. Da die Nachfrage da ist, halten sie ihr Geschäft allein durch die Bereitstellung der geforderten Ware am Laufen – eine einfache Rechnung. Obgleich sich ihre morbiden Methoden von Beginn an bereits an der Grenze zur Illegalität bewegen, werden aus den anfänglichen Ausgrabungen frisch Bestatteter schnell handfeste Grausamkeiten. Burke & Hare greifen zu drastischeren Methoden, indem sie dem Tod ein wenig nachhelfen. Das Geschäft des schnellen Versterbens floriert und niemand scheint sich zunächst dafür zu interessieren woher die vielen Leichen kommen. Während auch ihr finanzielles Polster wächst, findet Burke Interesse an der Tänzerin Ginny Hawkins (Isla Fisher) und versucht ihr den Traum von einer eigenen rein weiblich besetzten Theateraufführung von MacBeth zu erfüllen. Doch der Beruf des Serienmörders verspricht keine Laufbahn mit längerfristigen Erfolgsaussichten. Darf es da überhaupt ein Happy-End geben?

Basiert die Geschichte von Burke & Hare doch auf wahren Begebenheiten, hat Regisseur John Landis zu Gunsten einer makaberen Komödie darauf verzichtet die aufkeimenden moralischen Zweifel allzu groß werden zu lassen. Mit einem wunderbar harmonierenden und leicht überdrehten britischen Hauptdarstellergespann, viel Slapstick statt Blutvergießen und allerhand schwarzem Humor gelingt es die beiden schrecklichsten Massenmörder der englischen Geschichte und ihre Taten in ein nahezu sympathisches Licht zu rücken. Unter dem Deckmantel der Ironie scheint ihm jedes Mittel recht. Allein der Ansatz des Films ist es wert aus marktwirtschaftlicher Hinsicht begutachtet zu werden, würde doch auch heutzutage kein Gründerseminar von einer anderen Annahme ausgehen als da zu wirtschaften wo eine Nachfrage besteht. Das lässt Burke & Hare unvermeidlich zu der Frage gelangen wie weit man selbst gehen würde, um bestimmte Ziele zu erreichen?

Regisseur Landis, der in den achtziger Jahren u.a. mit dem Michael-Jackson-Clip “Thriller” Bekanntheit erlange, legt es in Burke & Hare keineswegs darauf an zu verherrlichen. Durch die überzeichnete Darstellung distanziert sich der Film vom Gezeigten. Trotz einiger unübersehbarer Schwachstellen in Punkto Pointen bietet Burke & Hare dennoch genug kurzweilige Unterhaltung für einen genügsamen Brit-Filmabend.

 
421 Wörter von David, 353 Tage alt