Brighton Rock

 
Heimkino 16. September 2011
 
Brighton Rock
 

Brighton Rock spielt in einer Zeit, in der man Gut und Böse noch genau definieren kann

Sam Riley verkörpert als 17-Jähriger Bandenchef Pinkie das abgründig Böse. Er wählt sich nach einem missglückten Mord nun als Opfer die durch und durch gutmütige Kellnerin Rose (Andrea Riseborough). Sie ist die einzige Zeugin in dem Mord unter zwei verfeindeten Banden und muss nun ruhig gestellt werden. Dies ist der Beginn einer kruden Liebesgeschichte, in einer Zeit in den sechziger Jahren, in der es zu Unruhen zwischen Mods und Rockern, aber eben auch zu Bandenkriegen kommt. Die Geschichte des ungleichen Paars ist weniger klar verständlich als die sonst so eindeutig gestaltete schwarz-weiß-Malerei des Films, der nach der Romanvorlage Am Abgrund des Lebens von Graham Greene aus dem Jahr 1938 entstanden ist. Regisseur Rowan Joffe hat sich dem dramatischen Krimi angenommen, bei dem man sich das ein oder andere Mal vor Empörung die Hände vor den Kopf schlägt – Mitfühlkino erfährt mit der Neuverfilmung (1947 erschien eine erste Verfilmung) von Brighton Rock ein ganz neues Niveau. Denn Rose verliebt sich hoffnungslos in den gefühlslosen Pinkie, der Liebe nur als Vorwand für seine Zwecke nutzt und so muss die duldsame Rose in den folgenden 111 Minuten sich von so einigen Gemeinheiten erniedrigen lassen. Doch zum Glück ist da noch die resolute Chefin Ida (Helen Mirren erstrahlt in jedem Close-Up zu neuer Größe), die um den Ermordeten trauert und nun ihre Angestellte Rose um keinen Preis aufgeben möchte. So gewinnt die düstere Tour durch das Seebad Brighton an Fahrt und alle Neugierigen, die Genaues zum Titel Brighton Rock (seit dem 08. September auf DVD und Blu-ray, ohne Extras) wissen wollen, sind zu einem kuscheligen Heimkinoabend eingeladen. Alle anderen sollten gewarnt sein, denn dieser Film bedient sich an abgedroschenen Filmklischees wie beispielsweise einer Kussszene im strömenden Regen und nicht zu vergessen die vor Kitsch triefende Abschlussszene…

 
307 Wörter von Hella, 245 Tage alt