Bob Moses, Prince Charles

Konzert  07. März 2016    Album  Days Gone By    Veröffentlichung  18. September 2015
Foto: Tim Saccenti Foto: Tim Saccenti

Bob MosesBob Moses… Bob wer?“ In der Vergangenheit geriet ich immer wieder in die Situation, dass ich umständlich erklären musste, welcher Band ich da gerade mein Musikherz geschenkt hatte. War ich fertig mit dem Runterrasseln der Vita, hatte mein Gegenüber schon wieder kompletten Namen meiner Supergroup vergessen. Wiederholte ich diesen dann noch einmal schwungvoll, wurde die Frage nachgeschoben aus welchem Teil von Deutschland sie denn kämen. Und wie sagte ich noch mal ständig als 13-Jährige? Ätzend. Genau. Einfach nur ätzend. Am Montag haben Bob Moses, die übrigens aus Kanada stammen und in New York leben, in Berlin gespielt. Hätte mich jemand exakt an diesem Tag auf die Band, die mich aktuell heiß macht, angesprochen, da hätte ich nur sagen müssen: „Komme heute ins Prince Charles, Nähe Moritzplatz, dann weißt du es.“ So voll mysteriös und so. Aber vor allem selbsterklärend. Denn da standen die zwei Boys, namentlich Tom Howie und Jimmy Vallance, ab 21.30 Uhr eine geschlagene Stunde auf der halbhohen Bühne. Sogar ganz ohne Weirdo-Brillen, die sie ständig auf ihren Promobildern auf haben (auch arg ätzend). Da hörte man wie gut sich Howies Stimme mit den deepen Soundarrangements verträgt, die Vallance so schön autistisch hüpfend in sein Keyboard kloppt. Wer vorher keinen Plan von dem Duo hatte, wusste auch gleich welches denn nun die große Hit-Single ist, weil beim Anstimmen von „Tearing Me Up“ sofort etwas lauter aufgejubelt wurde. Außerdem konnte man lernen, dass Bob Moses eine Band für Raucher ist. Musik wie Sex mit Zigarette danach – also so ganz das Werbe-Klischee. Das passt eben auch zur Band, die in ihren Texten auch so gern Phrasen drischt und dennoch mächtig charmant ist. Man hätte ein dickes fettes Lächeln in den Gesichtern der Herren gesehen, die auf ihrer Debütplatte Days Gone By so zu cool für alles rüberkommen wollten. Und ja, die bis dato Planlosen hätten mitgekriegt wie gute Musik im Jahr 2016 (na gut, das Album kam bereits am 18. September 2015 heraus) geht. Da ist Montag der neue Samstag (diesen Spruch habe ich aus meiner Facebook-Timeline geklaut). Also Leute, schreibt es euch hinter die Ohren: Wenn Bob fucking Moses in der Stadt sind, müssen keine Fragen mehr gestellt werden. Da wird einfach nur hingegangen!

 

 

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Rubrik  Konzert    Autor      Datum  10. März 2016    Worte  368
Permalink  http://www.farbensportlich.de/bob-moses/    Farbe  #6b3627
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