Berlin Rebel High School

Veröffentlichung  11. Mai 2017    Regie  Alexander Kleider    Darsteller  Alex Bäke  Lena Christof  Hanil Altunergil  Florian Geissler
Foto: Neue Visionen Filmverleih
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Foto: Neue Visionen Filmverleih

So lernt es sich ohne Konkurrenzdruck

Kein Direktor, keine Noten und keine Zeugnisse. Der Dokumentarfilm Berlin Rebel High School stellt eine Schule vor, die in kein bekanntes Muster passt und trotzdem alles richtig macht.

Mit Anfang 20 war Alex schon an mehr als zehn Schulen eingeschrieben. Auf der einen Seite mangelte es ihm immer an der nötigen Disziplin, auf der anderen Seite litt er unter der Konkurrenz durch die anderen Schüler. So ging es auch Lena, die sich in der Schule nie frei fühlte und dadurch stets durch Unruhe auffiel. Hanil hat gar nicht erst verstanden, warum er überhaupt zur Schule gehen sollte. Was für eine sinnfreie Pflichtveranstaltung! Sie alle wollten aber auch nicht nur zuhause rumhocken und haben sich stattdessen nach einer Alternative umgeschaut. Inzwischen sind sie Teil einer Klassengemeinschaft an der SFE. Der Dokumentarfilmer Alexander Kleider begleitet die Underdogs nun auf ihrem Weg zum Abitur.

Alles eine Frage der Motivation

Jeder weiß, dass Bildung wichtig ist. Doch nicht jedes Thema ist gleich spannend und nicht jeder Lehransatz gleich erfolgsversprechend für jedermann. Vor allem kommt es auf den Lehrer, die Vortragsweise, den eigenen Bezug zum Thema oder die Tagesform an – und ob man Spaß am Lernen hat. Die Dokumentation Berlin Rebel High School portraitiert nun eine Einrichtung, in der sich sogar die vermeintlichen Lernverweigerer und Schulabbrecher wohlfühlen. Sie bemängeln an staatlichen Schulen aber gar nicht mal die Organisation, sondern vor allem den Umgang untereinander. Warum machen es sich Schüler selbst so schwer, indem sie andere mobben und öffentlich bloßstellen? Darauf haben vor allem die Opfer einfach keine Lust. Für sie steht und fällt die Motivation mit der richtigen Lernatmosphäre. Ohne Sitzordnung oder Noten macht ihnen die Schule auf einmal nämlich wieder richtig Spaß.

Eine Ausnahmeerscheinung

Die echte Rebel School steht in Berlin Kreuzberg und nennt sich ganz trocken „Schule für Erwachsenenbildung“, kurz SFE. Gegründet wurde die einzige Einrichtung ihrer Art bereits vor über 40 Jahren. Der Rahmenplan ist derselbe, wie an allen anderen Schulen, an denen man die Abiturprüfung ablegen kann. Der große Unterschied ist, dass Lehrer und Schüler den Unterricht und die Themen flexibel gestalten und sich an den echten Interessen der Klasse orientieren. Diese Schul-Variante revolutioniert einfach alles! Der Leistungsdruck wird gemildert und stattdessen rücken Neugierde und Gemeinschaftlichkeit in den Vordergrund. Mit viel Witz und Energie stellt die Doku eine Schulalternative vor, die unbedingt Schlagzeilen machen sollte. Wenn du mehr zu dem Thema „Abitur für Nichtschüler“ lesen möchtest, dann wirf mal einen Blick auf die gleichnamige Wikipedia-Seite.

Lernen auf Augenhöhe? Die Berlin Rebel High School geht mit gutem Beispiel voran. In der Dokumentation wird ein einzigartiger zweiter Bildungsweg aufgezeigt, an den sich Standard-Schulen ruhig etwas annähern können.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  11. Mai 2017    Worte  434
Permalink  http://www.farbensportlich.de/berlin-rebel-high-school/    Farbe  #269789
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