Beck’s Music Experience, Station

Foto: Hella Wittenberg Foto: Hella Wittenberg

Die Beck’s Music Experience beschenkte über 3000 Musikliebhaber am Samstagabend des 6. November mit einem besonderen Schmankerl: im Berliner Station traten die Bands My Tiger My Timing, Paul Smith, The Ting Tings und Phoenix auf. Die Dankbarkeit dieser netten Geste von Beck’s war in jedem Winkel der Halle spürbar, es wurde ausgelassen getanzt und dazu gekühltes Bier genossen.

Doch es lassen sich nicht nur schöne Worte für diesen Abend finden: „I’m not gonna pretend that this is party music!”. Paul Smith kapitulierte nach seinem halbstündigen Versuch das Publikum zum Zuhören zu zwingen. Sein Solodebut besticht eher durch ruhige Klänge gespickt mit ernsten Texten, die hier nur leider die erste Reihe würdigen konnte. Ein Maximo Park Song sollte sein Abgesang sein und stimmte in seiner Entschleunigung melancholisch. Die Meute brüllte dabei trotzdem wie bei einem Fußballspiel. Das Beck’s floss ja auch sehr gönnerhaft. Um dies zu garantieren, wurde der Einlass nur bis 19:30 Uhr für alle Gewinner gewährt. Seitdem brannten die Augen von dem grellen giftgrünen Licht und all dem Rauch. Einem geschenkten Gaul guckt man nicht ins Maul?

Die Ting Tings folgten als dritte Band des Abends. Doch in der schlauchförmigen Fabrikhalle bekam man nur matschigen Sound auf die Ohren. Bis in den vorderen Teil durchgedrängelt, erkannte man all die Hits der Band wie zum Beispiel den Fanta-Werbesong „Shut up and let me go”. Aber wollten die Ting Tings nicht ein neues Album veröffentlichen? Vielleicht spielten sie auch neues Material, nur musste ich mir beim dröhnenden Bass/Keyboard/einfach alles! die Ohren zu halten – wie es auch die Leute um mich herum irritiert von diesem Schmerz taten. Was war da los? Selbst die eingängigsten Songs wussten die Engländer durch absolute Laschheit niederzuwalzen und da war die Sonnenbrille des Drummers nur das Sahnehäubchen der Peinlichkeit. Nach den Ting Tings gab es dann die erste Beck’s-Leiche, die von den Security Leuten weggeschleift werden musste. Was für eine Stimmung!

Jedoch nichts im Vergleich zur Raserei bei den ersten Klängen von Lisztomania von dem erfolgsgekrönten Phoenix-Album Wolfgang Amadeus Phoenix – nun auch als limitiertes Etikett auf Beck’s-Flaschen erhältlich. Das nenne ich Werbung! Phoenix sind doch eigentlich geschmackvoller. So hat es zumindest die wundervoll arrangierte, farbenfrohe Lightshow samt Regenbogen auf Thomas Mars und Rest der Band bewiesen. Das ließ zum ersten Mal am Abend Atmosphäre aufkommen und nach all den wundervollen Melodien wurde man fast wehmütig als dann auch dieser wilde Samstagabend sein Ende fand.

Nach den anfänglichen Problemen wird dieses musikalische Geschenk doch allen in guter Erinnerung bleiben. Wo doch zum Beispiel mein Rücken die gesamte Woche schmerzte und nach dem kleinen Festival wie durch ein Wunder die Schmerzhölle vorbei war. Ob sich da wieder was eingerenkt hat durch die ganze Schubserei? Danke Beck’s jedenfalls auch dafür!

 

 

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Rubrik  Konzert    Autor      Datum  09. November 2010    Worte  448
Permalink  http://www.farbensportlich.de/becks-music-experience-station/    Farbe  #591707
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