Battles “Gloss Drop”

 
Album 08. Juni 2011
 
Battles "Gloss Drop"
 

Sieht das Artwork des neuen Battles Album auch nach einem rosafarbenen Breigemisch aus, so zeigt sich der Inhalt von Gloss Drop weniger als ein Haufen poppigem Nonsens, sondern eher als verworren schrullige Rhythmusmaschine. Nachdem Sänger und Gitarrist Tyondai Braxton die Band fluchtartig verließ, musste man sich als Dreiergespann neu orientieren, sortieren und herausgekommen sind zwölf Songs, die immer beängstigend direkt auf den Hörer losgehen. Nur für vier Songs holten sich die New Yorker Unterstützung von Größen wie Gary Numan (My Machines) oder auch Kazu Makino (Blonde Redhead Sängerin) in dem schwungvollen „Sweetie & Shag”. Gerade dadurch wird dem Zweitling die Möglichkeit zum klanglichen Trennungsschmerz genommen und frisches Leben einverleibt. Im Besonderen bei Numans Stück kann man leicht den Eindruck gewinnen, man höre einen typischen achtziger Jahre Hit von ihm. Trotzdem fällt eine Kategorisierung der Stilmischung aus wilden Experimental, schrägen Elektro und eigensinnigem Rock mehr als nur schwer. An mancher Stelle fühlt sich die klangliche Brechung so falsch an wie die verkehrt herum sitzende Sonnenbrille in dem Video zu „Ice Cream” (feat. Matias Aguayo), um im nächsten Moment melodiös versöhnlich daherzukommen wie eine Gruppenkuschelei unter Mädchen (siehe Video: 3:34 min). Battles haben mit ihrem Nachfolger des 2007er Überraschungswerk „Mirrored” eine eigene Sprache erschaffen. So lässt sich festhalten, dass aus schlechten Zeiten, die nach dem Austieg Braxtons auf die Band einbrachen, in der Tat etwas neuartig Gutes entstehen kann.

 
227 Wörter von Hella, 345 Tage alt