Bang! Bang! Eche!

Album  Bang! Bang! Eche!    Veröffentlichung  08. April 2009
Foto: Hella Wittenberg Foto: Hella Wittenberg

Sie sind keine gewöhnlichen Interviewpartner. Verstehen sich die eigensinnigen Neuseeländer doch als Künstler und sind viel mehr daran interessiert wie sie wirken, weiter gehen können und wie man am besten Spaß haben kann. Gemeinsam tanzen die Vier ausgelassen mit dem Publikum – ganz im Sinne der Partyreihe „Whip It Good”. Sänger Zac schreit im Takt und geht auf Tuchfüllung mit den Besuchern des Magnet Clubs. Das Publikum dankt es ihnen und die nächste Party scheint nicht weit!

Wie habt ihr als Band zusammengefunden?

Durch gemeinschaftliches Praktizieren erotischer Kunst. Kennst du dich mit Performancekunst aus? Diese Kunstform kann sich auf deinen gesamten Körper beziehen. Du kannst einfach deine Kleidung ausziehen und dann komische Dinge mit dir und den Leuten um dich herum machen. Ja, also wir haben uns kennen gelernt als wir das gemacht haben.

Wie kam es dazu, dass ihr so schnell Konzerte auf der ganzen Welt spielen konntet?

Es hat seine Zeit gedauert und wir erhielten viel Hilfe. Wir haben einen fantastischen Booking Agent. Er heißt Shane und er macht das für uns in Europa und Großbritannien. Wir haben eine ganze Zeit gebraucht, um Leuten zu finden, die wir mit an Bord haben wollten. Aber jetzt sind wir ja hier!

Wart ihr schon mal in Berlin?

Das ist das zweite Mal. Wir haben genau vor einem Jahr auch im Magnet Club gespielt.

Ihr seid bekannt als gute Live- und Partyband. Geht ihr in eurer Freizeit auch gern auf Konzerte?

Ja klar! Aber wir gehen nicht nur einfach raus, um uns zu betrinken, sondern wegen richtigen Konzerten. Musik ist ein großer Teil unseres Lebens, aber leider gibt es nicht viele Bands in unserer Gegend. Naja, natürlich gibt es die lokalen Bands, die immer mal wieder auftreten, aber die kennt man ja auch schon längst. Neben dem Fakt, dass generell kaum große Bands in unserer Nähe spielen, gibt es jetzt auch immer wieder Venues. Die Clubs schließen, da es zu wenige Leute gibt, die an der Clubkultur interessiert sind. Der Durchschnitt ist entweder über 40 oder zu jung oder eben zu gelangweilt, um ausgehen zu wollen.

Also gibt es ab jetzt nur noch Parties in der eigenen Wohnung?

Solche Feiern machen auch am meisten Spaß! Aber dafür kannst du eben nicht bezahlt werden.

Eure erste EP kann man kostenlos im Internet runterladen. Wieso?

Jetzt kann man auch unsere neue EP im Internet bekommen und muss dafür bezahlen. Obwohl man auch unsere erste EP bei iTunes kaufen kann, aber macht das irgendwer? Naja, einige Leute haben das wohl gemacht. Wir verdienen mehr durch unsere Konzerte und dadurch, dass sich bei vielen Leuten ein Schuldbewusstsein entwickelt, wenn sie unsere Songs ständig downloaden. Dieses Schuldgeld läuft dann durch das Medium des Internets langsam zu uns zurück.

Wie wichtig ist euch denn nun das Geld?

Geld ist nicht das Wichtigste. Es ist einfach toll überall in der Welt hinzukommen, Spaß zu haben und Freibier zu trinken! Außerdem finden wir es gut den Leuten die Option zu bieten, dass sie zum Beispiel unsere erste EP kostenlos downloaden, aber eben auch dafür bezahlen können. Das wird gewürdigt. Zu dem werden wir viel berühmter, wenn man ganz einfach und überall unsere Songs kriegen kann. Das Geld, was wir mit den EP’s verdienen, ist nicht nennenswert. Also wollen wir viel lieber so schnell bekannt werden, wie sich ein Virus ausbreiten kann.

Wenn man sich euer Video zu (You + Me) As Thick As Thieves und auch das Cover zur ersten EP anschaut, schleicht sich das Gefühl ein, dass ihr ganz besessen von Tierköpfen auf Menschenkörpern seit.

Das kam schon allein dadurch, wie wir uns kennen gelernt haben. Es gibt so einen Fetisch, wo sich die involvierten Menschen wie Tiere anziehen. Wenn man zum Beispiel sagt, dass das eigene spirituelle Tier ein Wolf ist oder man im Bett wie ein Dämon ist. Naja, generell möchten wir uns davon gern distanzieren. Aber allein der Gedanke, dass man ein so absolut anderes Verständnis von Sex haben kann, finden wir großartig. Oder? Wie großartig ist das? Nein wirklich, wie großartig ist das? Von einer Skala von eins bis zehn – wie großartig ist das? Vielleicht eine sieben?

Zehn natürlich!

Wow, super! Gibt mir high five!

Euch geht es also um mehr als nur um Musik, sondern auch um die verschiedensten Arten der Kunst?

Ja. Zum Beispiel geht es uns um die Entdeckung des menschlichen Körpers im Geiste. Durch das Medium der Kunst können wir uns vollkommen ausdrücken. Generell war doch Musik nie nur Musik, sondern immer auch Kunst. In der Geschichte jeder Kultur spielt Musik eine wichtige Rolle. Es ist als ob dir Musik zeigt, was es heißt ein menschliches Wesen zu sein. Wenn du also bei unserem Konzert nachher stehst und dieser gigantische Wasserfall der Erhellung über dich kommt, wirst du wissen wer du bist. Vielleicht findest du ja heraus welches spirituelle Tier dir inne wohnt. Oder weißt du das schon?

Das werde ich wohl erst durch euren Auftritt erfahren können.

Ah, du bist gut! Du ziehst keine dummen voreiligen Schlüsse. Du solltest wirklich darüber nachdenken!

Macht ihr Yoga?

Nein, wir machen Liebe! Manchmal auch Pilates. Wir sind nicht so für östliche Philosophie, sondern viel mehr für unsere eigene Philosophie.

Welcher Song ist der beste von euch?

Hm, wir mögen unsere eigenen Lieder nicht. Also vielleicht eher so was wie „Maps” von den Yeah Yeah Yeahs oder irgendwas von Britney Spears oder Elvis. Weißt du was wir meinen? Ok, wir sollten dich jetzt echt in Ruhe lassen.

 

 
Rubrik  Interview    Autor      Datum  10. Dezember 2009    Worte  879
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