Arlo & Spot

Veröffentlichung  26. November 2015    Regie  Peter Sohn    Darsteller  Raymond Ochoa  Jeffrey Wright  Frances McDormand
Foto: Pixar
 IMDb-Wertung
Foto: Pixar

Selten war ein Pixar-Film so sehr auf die junge Zielgruppe zugeschnitten wie Arlo & Spot. Der im Original als The Good Dinosaur-betitelte Animationsfilm beantwortet die Frage: Was wäre, wenn der Asteroid die Dinosaurier vor Millionen von Jahren nicht ausgelöscht hätte? Ganz klar, sie wären die schlaueste Spezies mit Vorrecht auf den Planeten.

Langhals-Dino Arlo (im Original gesprochen von Raymond Ochoa) wächst als jüngster und kleinster von drei Apatosaurus-Geschwistern auf. Seine Eltern sind Farmer und versuchen jedes Jahr genügend Nahrung anzubauen, so dass es für die ganze Familie reicht. Dummerweise scheint es sich aber in diesem Jahr ein widerspenstiger Parasit im Ernteturm gemütlich gemacht zu haben. Genau genommen handelt es sich dabei um das Menschenkind Spot (wird später auf diesen Namen getauft) und dieses soll sogleich aufgrund des angerichteten Schadens von Dino Arlo zur Strecke gebracht werden – doch das Mitleid erweist sich bald als größer. Vater Henry (gesprochen von Jeffrey Wright) sieht gar nicht gerne, dass der Unruhestifter entwischen konnte und nimmt zusammen mit seinem Zögling bald die Verfolgung auf. Leider verunglückt Arlos Vater und die Familie muss versuchen diesen Verlust zu kompensieren. Bei nächster Gelegenheit will sich Arlo an dem Schädling rächen und stürzt sogleich in einen reißenden Fluss, der die beiden bis weit ins Landesinnere trägt, wo sie von nun an auf sich selbst gestellt sind. Spot rettet Arlo immer wieder das Leben und die beiden schließen sich folglich zu einem Reisegespann zusammen. Auf ihrem beschwerlichen Weg zurück zur Farm begegnen sie noch so mancher Gefahr – von gefährlichen Echsen-Schlangen bis hin zu fiesen Aasfressern.

Jede Einstellung ein Gemälde

Besonders Lobenswert darf die Animation von Arlo & Spot hervorgehoben werden. Noch nie war das Wasser glasklarer und die Animation von Farben, Licht und Schatten, Bäumen, Blättern und Wind so anmutig wie in diesem Film. Fast könnte man meinen die Jungs und Mädels bei Pixar haben die Aufgabe bekommen eine Geschichte rund um diese sensationellen technischen Möglichkeiten herumzustricken. Im Gegensatz zu den jüngsten Filmen wie Alles steht Kopf, Oben oder Wall-e stehen hier nicht etwa die Inhalte im Vordergrund, sondern ganz klar die Machart. Arlo & Spot ist simpel gestrickt und vermittelt Werte wie Nächstenliebe und Selbstvertrauen auf eine kindgerechte Art und Weise. Nicht selten fühlt man sich an Disneys Der König der Löwen erinnert, wenn der Vater ein letztes wichtiges Gespräch mit dem Sohn führt oder der Protagonist verloren durch die Natur streift, auf Essenssuche ist und neue Freunde findet. Leider wird aus der spannenden Was-wäre-wenn-Ausgangssituation nicht automatisch ein ansprechender Film. Erwachsene werden sich in Begleitung des Nachwuchses sicher nicht langweilen, doch handelt es sich bei Arlo & Spot vor allem um gute Unterhaltung für die Zielgruppe unter 12 Jahren.

Pixar hat angekündigt im gleichen Maße neue Stoffe zu realisieren wie bestehende Franchises zu erweitern. Arlo & Spot bietet sich an im Stile von Ice Age weitererzählt zu werden. Wir wollen mehr Cowboy-T-Rex mit Ochsen-Herde und schielende und alle-Tiere-des-Waldes-beherbergende Triceratops.