Wie sieht Musik aus?
Schon immer haben Menschen mit Klängen und Geräuschen verschiedene optische Eindrücke verbunden. Mit diesem Projekt wollte ich mich der Frage nähern wie man ein Musikstück visuell interpretieren kann.
Eine Note ist das gängigste Mittel um einen Ton zu definieren. Doch entsteht Musik erst durch das organisierte Zusammenspiel von Melodien. Diese Rhythmen zu verstehen, bleibt zu oft den Instrumentalisten vorbehalten. Laien geben sich zumeist mit dem Klangergebnis
zufrieden, da das Verständnis für die Entstehung und den Aufbau von Musik ausbleibt. Die Visualisierung mittels Noten hilft nur den
wenigsten und bleibt in den meisten Fällen unverständlich.
Eine „Rhythmische Grafik“ kann helfen. Denn diese zerlegt das Musikstück in Rhythmen und ermöglicht dem Hörer so einen vereinfachten
Zugang zur Komposition der Töne. Die klassische Note gibt dabei ihre zentrale Rolle als Informationsträger ab. Stattdessen lässt die Länge der Pixelreihen auf den Rhythmus schließen. Die farbliche Darstellung widerum vermittelt einen Eindruck der Tonhöhe, unterliegt jedoch keiner einheitlichen Regelung. Interessant ist, dass dieser Methodik nicht die ursprüngliche Wiedergabezeit als Maßeinheit zugrunde liegt, sondern sich die Länge eines Pixel an der Länge eines Frames orientiert. Die verwendete Zeiteinteilung besteht so aus 25 Frames in der Sekunde und entwickelt einen hohen Detailgrad.
Ein Pixel entspricht einem Frame. Das rückt den Fokus vom Ton ab und definiert den Rhythmus als strukturierendes Element. Schwer fassbare Musikstrukturen werden deutlich in ihrer Komplexität reduziert und greifbar. Zeitgleich erlaubt diese Darstellung die Wiedergabe
über visuelle Kanäle wie Video. Vielleicht sind 25 Bilder pro Sekunde auch das, was ein Mensch an Musik wahrnehmen kann?
Dieser Versuch mündete in einer räumlichen Installtion in der Berliner Technischen Kunsthochschule. Über vier Videoausgänge (Monitore)
wird das links abgebildete Musikstück gespielt. Da jeder Pixel einem Frame entspricht, entsteht ein rhythmischer Schnitt – bestimmt durch Farben und Töne.
David: Konzeption, Schnitt (Final Cut), Design
Sound: Dada Life – This Machine Kills Breakfasts