Another Earth

Veröffentlichung  04. Mai 2012    Regie  Mike Cahill    Darsteller  Brit Marling  William Mapother
Foto: 20th Century Fox Germany
 IMDb-Wertung
Foto: 20th Century Fox Germany

Was wäre, wenn die Wissenschaft zu der Erkenntnis kommen würde, dass neben unserem Planeten noch eine weitere, gar identische Erde existiert, auf welcher es demzufolge jeden einzelnen Menschen noch einmal gibt? Würde es die Menschheit in Angst und Schrecken versetzen oder würde die Neugier fast zum Platzen führen? Spielfilm-Debütant Mike Cahill (führte u.a. bei der Dokumentation „Boxers And Ballerinas“ von 2004 Regie) bettete in ein solch spannend anmutendes Science-Fiction Mysterium die ganz persönliche Geschichte einer jungen Frau, die das in der Vergangenheit Geschehene versucht auf ihre Art und Weise wieder ein klitzekleines bisschen gut zu machen.

Denn die angehende Astrophysikerin Rhoda Williams (Brit Marling, Sound Of My Voice) zerstört durch ihre Unaufmerksamkeit am Steuer mit einem Mal ihre viel versprechende Zukunft und dazu auch noch die des Familienvaters und Komponisten John Burroughs (William Mapother, Lost). Als sie sich vier Jahre nach ihrer Tat auf dem Weg zu dem Haus des damals Geschädigten macht, fasst sie sich ein Herz, um ein wenig mehr Glanz in sein Leben zurückzubringen. Jedoch verlässt sie der Mut ihre unendliche Reue in Worte zu fassen und so gibt sich Rhoda als Putzkraft aus. Von nun an säubert sie das verkommene Haus wöchentlich. Damit beginnt eine bildgewaltige Erzählung über Erneuerung, Liebe, Zorn und letztlich auch Vergebung – alles in einer Zeit der Aufruhr durch diese am Himmel sichtbar gewordene zweite Erde, die sich wie ein immer sichtbarer Spiegel über die Welt platziert hat. John und Rhoda kommen sich dadurch näher. Sie will die neuen Möglichkeiten für sich erkunden, ein neues Leben anfangen. Er dagegen verweigert sich dem, wie eigentlich dem gesamten Leben. Doch durch Rhoda verändert sich nach und nach seine Sicht auf die parallele Welt und die immer noch offenen Türen.

Gemeinsam mit der Hauptakteurin Brit Marling, die sich auch als Co-Schreiberin sowie Co-Produzentin versuchte, gelang Cahill ein Werk, welches durch Zurückhaltung glänzt. Die Science Fiction Elemente dienen dabei lediglich der Möglichkeit sich den großen Fragen des Lebens zu stellen. Wenn es einen Doppelgänger gibt, was macht dieser womöglich anders als man selbst? Wie kann man eine bessere Version seiner selbst sein? Bei dem diesjährigen Sundance Film Festival stellte der Denkanstoß Another Earth einen durchgreifenden Erfolg dar, heimste den Alfred P. Sloan Preis als Bester Film, der sich mit wissenschaftlichen wie auch technologischen Themen beschäftigt sowie den Spezialpreis der Jury als Bestes Drama ein. Auch wenn Mike Cahills 90-Minüter sich erheblich anders entwickelt als es der Titel vermuten lässt, kommt jeder Kinointeressierte bei dieser intimen Wiedergutmachungsgeschichte auf seine Kosten, denn die gelungene Rezeptur besagt ein bisschen Liebe, ein bisschen Science-Fiction sowie eine ordentliche Portion Drama.