Anchorman 2

Veröffentlichung  05. Juni 2014    Regie  Adam McKay    Darsteller  Will Ferrell  Paul Rudd  Steve Carell
Foto: Paramount Pictures Germany
 IMDb-Wertung
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Die Legende kehrt zurück

Ron Burgundy (Will Ferrell, Die Qual der Wahl), Champ Kind (David Koechner, Paul – Ein Alien auf der Flucht), Brick Tamland (Steve Carell, Der unglaubliche Burt Wonderstone) und Brian Fantana (Paul Rudd, Prince Avalanche) waren in den 70ern die Stars der Fernsehnachrichten aus San Diego. Doch als die 80er anrollen, scheint kein Platz mehr für die unkonventionelle Arbeitsweise der Vier. Während Rons Frau und Co-Moderatorin Veronica Corningstone (Christina Applegate, Alles erlaubt – Eine Woche ohne Regeln) Karriere macht, moderiert ihr Ehemann nur noch eine Delfin-Show. Seinen Freunden geht es nicht viel besser und so nehmen sie dankbar die nächstbeste Möglichkeit an, um gemeinsam bei dem noch unbekannten 24-Stunden-Newssender GNN eine Show in den frühen Morgenstunden zu bestreiten. Doch die Konkurrenz ist groß und die neue Vorgesetzte Linda Jackson (Meagan Good, Saw V) wenig beeindruckt von dem Macho-Gehabe der Männer, so dass sich Ron Burgundy erst ein völlig neuartiges Konzept überlegen muss, um so in dem Nachrichten-Haifischbecken überleben zu können.

10 Jahre und einige Will Ferrell-Filme später lässt Regisseur und Drehbuchautor Adam McKay (Die etwas anderen Cops) nun eine Fortsetzung der Komödie Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy folgen. Aber braucht es diese überhaupt?

Seien wir doch ehrlich: Wenigstens zwei Drittel aller Fortsetzungen sind längst nicht so gut wie die Originalfilme, was viel damit zu tun hat, dass man nicht mehr überrascht wird: Die Zuschauer wissen, was sie erwartet. (Adam McKay)

Nun, viele Witze wirken schablonenartig und mögen deshalb nicht in der Form zünden wie bei dem ersten Teil der Ron Burgundy-Saga. So muss sich das News-Team wieder einmal gegenüber unzähligen anderen Nachrichten-Trupps (Achtung, extremer Cameo-Auflauf!) in einer blutrünstigen Schlacht mit Messern, Forken und anderen fiesen Waffen behaupten. Steve Carells Rolle als debiler Wetterfrosch wurde zudem erweitert und zu ihm gesellt sich Kristen Wiig (Brautalarm) als Love Interest. Insbesondere diese ungewöhnliche Romanze, mit einem Date am Dosen-Automat und plötzlichen Schreiattacken, wirkt nicht ironisch inszeniert oder im McKay’schen Sinne improvisiert, sondern wie eine anstrengend konstruierte Überspannung der Nerven des Zuschauers. Vielmehr kann die Weiterführung von Ron Burgundys allgemeiner Unfähigkeit in Zusammenhang mit der Neudefinierung des Fernsehens (Stichwort Infotainment) überzeugen. Denn schließlich ist er der Erste, der eine Auto-Verfolgungsjagd in die Nachrichten bringt, genauso wie er nicht das zeigt, was die Leute wissen sollen, sondern was sie sehen wollen.

Beim Anschauen von Anchorman 2 bleibt nichtdestotrotz der unangenehme Nachgeschmack einer faden Aufwärmung des 10 Jahre zuvor funktionierenden Slapsticks. Adam McKay und Will Ferrell haben zwar ihr Gespür für absurd komische Momente (wie zum Beispiel dem Erblinden durch einen Sturz beim Eiskunstlaufen) nicht verloren, aber was als Satire gedacht ist, erweist sich leider viel zu oft als klamaukiger Nonsens.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  23. Mai 2014    Worte  436
Permalink  http://www.farbensportlich.de/anchorman-2/    Farbe  #711832
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