Am Ende des Weges

 
Heimkino 23. Juni 2011
 
Am Ende des Weges
 

Alles beginnt mit einem Jungen, der sich vor den Füßen eines alten Mannes erbrechen muss. Eine Mutprobe. Traut man sich auf das Gelände des komischen Kauzes, der seit vierzig Jahren allein in den Wäldern Tennessees haust? Was als unterhaltsame Gruselgeschichte startet, wird bald zur Charakterstudie des in die Jahre gekommenen Felix Bush (Robert Duvall), der meist nur sich selbst als Gesprächspartner hat. Doch das ändert sich bald, denn er möchte eine große Beerdigungsfeier mit all den Leuten aus Caleb County veranstalten, die eine Geschichte über ihn zu erzählen haben. Davon gibt es so einige, denn der Einzelgänger sorgt, wo immer er sich aufhält, für Angst und Schrecken. Die gewünschte Feier ist jedoch ein neuer Höhepunkt an Befremdlichkeit, da der schweigsame Bush dieser noch zu Lebzeiten beiwohnen und dort sein schlimmstes Geheimnis der ihn verachtenden Masse verraten möchte.

Was nach einer komisch anmutenden Story (nicht nur wegen dem Chef des Bestattungsunternehmen, gespielt von Bill Murray) klingt, stellt sich nach einiger Zeit immer mehr als ein dramatischer Selbstfindungsprozess heraus. Der Regisseur Aaron Schneider gab sich alle Mühe sich für seine Charaktere und ihre Gegenstücke viel Zeit und Ruhe zu nehmen. So werden dem neugierigen Betrachter häppchenweise Hinweise zu der düsteren Vergangenheit und dem Mysterium rund um Bush gegeben, nur um dann die Spannung noch weiter hoch zu reißen. Darüber hinaus geht jedoch leider die Beerdigungsfeier an sich zu sehr unter. Zu gern hätte man sich die Erzählungen, die einem jeden das Fürchten lehren sollten, angehört. Doch Entschädigung gibt es bei dem Zusatzmaterial. Als DVD Features von Am Ende des Weges kann man sich unter anderem auch Kommentare von den Darstellern (wie beispielsweise von Sissy Spacek, die die alte Freundin und Geliebte von Bush spielt) anschauen, um schließlich noch tiefer in die Charakterstudie eintauchen zu können.

 
292 Wörter von Hella, 330 Tage alt