After.Life

Veröffentlichung  05. August 2011    Regie  Agnieszka Wojtowicz-Vosloo    Darsteller  Christina Ricci  Liam Neeson  Justin Long
Foto: Euro TV
 IMDb-Wertung
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Wir sterben um das Leben wichtig zu machen

Anna (Christina Ricci) ist Lehrerin an einer Grundschule und mit Paul (Justin Long) zusammen. Doch weil sie keine feste Bindung zu ihrem Freund eingehen kann, läuft ihre Beziehung Gefahr in der unendlichen Trägheit mühsamer Diskussionen zu versanden. Nach einem Streit erleidet Anna einen schrecklichen Autounfall und das junge Paar wird frühzeitig auseinander gerissen. Anna stirbt – und wacht in der Leichenhalle von Eliot Deacon (Liam Neeson) auf, der ein Bestattungsinstitut führt und mit den Toten reden kann. Gefangen in einer Welt zwischen Leben und Tod ist Annas Seele noch nicht bereit zu gehen. Natürlich kann sie nicht glauben das sie tod ist, da sie ja offensichtlich noch atmet. Doch Mr. Deacon versichert ihr, dass ihr körperlicher Verfall in den verbleibenden Tagen bis zu ihrer Beerdigung stetig fortschreiten wird. In ihrer Ausweglosigkeit versucht Anna dem vermeintlichen Gefängnis zu entkommen. Doch nur ihr Bestatter kann sie sehen. Paul wiederum erfährt erst spät vom Tod seiner Freundin und will diesen auch bis zuletzt nicht wahr haben. Er startet den verzweifelten Versuch seine Freundin wiederzubekommen.

Du bist eine Leiche. Was du denkst, interessiert nicht mehr.

Der toll besetzte Psychothriller bietet in seinen Grundzügen die richtige Mischung aus befremdlicher Atmosphäre und beängstigender Thematik. Leider beginnt diese erst nach Beendigung des Films einen Sinn zu ergeben, was den Bildern während der eigentlichen Laufzeit leider überhaupt keine Gewichtung zuteil werden lässt. So zieht sich After.Life eine quälend lange Zeit einfach nur hin wie Kaugummi, was eine gehobene Langeweile mit sich bringt. Schafft man es aber die unsägliche Trägheit zu ignorieren und sich auf die Kernwerte zu besinnen, entwickelt sich allmählig ein ziemlich kranker Gedanke in den Köpfen der Zuschauer. Was wäre denn wenn Eliot Deacon nicht etwa mit den Toten sprechen kann, sondern die angeblich Verstorbenen entführt hat und sie bis zu ihrem Tod in seinem Keller gefangen hält? Ganz absurd ist das nicht, so hofft man zumindest um dem Film eine gewisse Existenzberechtigung in seinem Genre eingestehen zu können. Dennoch bleibt die Gewissheit, dass After.Life weder aufreibend genug ist um seine Zuschauer wirklich aufzurütteln, noch erschreckend genug um diese wirklich zu schocken.

 

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Rubrik  Heimkino    Autor      Datum  31. Juli 2011    Worte  351
Permalink  http://www.farbensportlich.de/after-life-film/    Farbe  #983b4c
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