72 Stunden – The Next Three Days

Veröffentlichung  20. Januar 2011    Regie  Paul Haggis    Darsteller  Russell Crowe  Elisabeth Banks  Olivia Wilde  Liam Neeson
Foto: Metropolitan FilmExport
Hinzugefügt am : 29. November 2010
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Foto: Metropolitan FilmExport Hinzugefügt am : 29. November 2010 Stars: Foto: Metropolitan FilmExport

Atemlos im Kino mit 72 Stunden

Nach 133 Minuten purer Anspannung können die Beine wieder gestreckt werden und die Welt scheint doch wieder in Ordnung zu sein. Aber ein komischer Nachgeschmack bleibt.

Klick. Lara Brennan (Elisabeth Banks) schießt ein Foto von sich mit ihrer kleinen Familie. Für das Familienalbum. Für den etwas mürrisch dreinschauenden Ehemann John (Russell Crowe) fügt sie hinzu „Nur bis Luke 18 ist!“. Sie lachen und dem Zuschauer wird ein Bild wie aus einer Cornflakes Werbung geboten. Doch dieses Glück hält nicht lange an. Denn Lara soll eine kaltblütige Mörderin sein und dafür muss sie lebenslänglich ins Gefängnis. Nach drei Jahren Haft glaubt nicht einmal mehr die eigene Mutter an die Unschuld von Lara, doch John, der eigensinnige Lehrer, gibt um nichts in der Welt auf. Nachdem er verzweifelt Hilfe bei einem ehemaligen Gefängnisinsassen (Liam Neeson) sucht und Lara, die schon selbst nicht mehr an sich glaubt, in ein anderes Gefängnis verlegt werden soll, beginnen die 72 atemlosen Stunden. Die nächsten drei Tage bestehen daraus Kriminalbücher zu lesen, sich mit Kriminellen zu treffen und sogar Geschäfte zu machen. Es wird ein Plan konstruiert, der keine Schwächen duldet.

Doch ist ein Lehrer nicht von grund auf nur Meister der Theorie und nicht der Praxis? Russell Crowe will es uns beweisen und zeigt einmal mehr, dass ihm, wie schon in dem preisgekrönten Meisterwerk A Beautiful Mind, solch intensive Rollen mit hundertprozentiger Überzeugung gelingen. Vielleicht ist das auch der Grund weshalb man trotz Gewalttaten und letztlich dem Gefängnisausbruch auf der Seite des John Brennan steht. Ein Mann, der für seine Familie kämpft. Das Einstehen für die Familie – koste es was es wolle – darauf sollte das Hauptaugenmerk gelegt werden, denn der Film 72 Stunden birgt auch leider viele irritierende Ungereimtheiten in den Geschehnissen. Ein Film, der nicht immer nur im positiven Sinne wirkt. So sehr die Zeitangaben auch der rote Faden des Films sind, so eindimensional wirken dagegen die Nebendarsteller. Doch dafür ist und bleibt es ein Actionfilm. Nur eben mit dem Versuch eines tiefgründigen Gedanken, der an dieser Stelle gelobt werden soll. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft auch im realen Leben nicht nur Superhelden für Gerechtigkeit sorgen, sondern auch mal ein ganz normaler Mann mit so einem gefestigten Beruf wie Lehrer, der für seine Überzeugung einsteht.

 

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Rubrik  Kino    Autor      Datum  19. Januar 2011    Worte  376
Permalink  http://www.farbensportlich.de/72-stunden/    Farbe  #867f87
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