Voll bissigem Sarkasmus erzählt Julie Delpy (Regie & Drehbuch) die Geschichte eines Paares Mitte Dreißig und ihrem abschließenden Kurzbesuch in Paris nach einem Aufenthalt in Venedig, der als traumhafter Urlaub geplant war und als Beziehunsdesaster endete. Wir begleiten Jack (Adam Goldberg), New Yorker Vollbarträger und Hypochonder, der in allem und jeden einen todbringenden Krankheitserreger vermutet und Marion (Julie Delpy), gebürtige Französin mit einer etwas umtriebigen Vergangenheit, auf der Suche nach der tieferen Wahrheit in ihrer Beziehung. Beide wohnen eigentlich zusammen in Amerika und besuchen nun noch Marions Eltern in Paris. Deutlich wird – nicht nur durch die offensichtlichen Verständigungsschwierigkeiten – dass hier zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander prallen. Zu guter Letzt wird auch ihre Beziehung auf eine harte Probe gestellt, da Jack eine Vielzahl von Marions Ex-Freunden kennenlernt und diese immer wieder mit ihren nicht ganz eindeutigen Ambitionen erlebt. Sehr schön!
Auch der Soundtrack hat sehr gut gepasst. Eine kleine Überraschung waren The Michelles (die es leider nicht mehr gibt) mit ihrem Ohrwurm “Springtime”.
Delpy liefert mit ihrem Regie-Zweitling 2 Tage Paris einen charmanten und intelligenten Dialogfilm ab. Ich bin positiv überrascht und möchte Paris so schnell nicht besuchen.